Ein Schwerpunkt des Runden Tisches GIS stellt die Projektarbeit dar.

In der nachfolgenden Liste finden Sie eine Aufstellung der Projekte der vergangenen Jahre. Wenn Sie Auskünfte zu einem der Projekte wünschen, wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle.

2010 - 2012 InGeoSat
2006 - 2011 ERiskA European Risk Atlas
2010 INSPIRE-GMES-Demonstrationsplattform
2010 Von ALKIS und ATKIS zu INSPIRE
2008 - 2010 INSPIRE-GMES-Testplattform
2007 Projekt "GIS-Atlas Bayern"
2007 Abschlussbericht der Umfrage "Runde Tische GIS"
2007 Dynamische Verkehrsinfo als OGC Web Service für Earth Viewer,mobile Endgeräte und Desktop GIS
2007 Demonstrationsplattform Sicherheit von OGC Web Services
2006 Nutzung der OGC-Testplattform als Experimentierumgebung für Geschäftsideen
2006 Google Earth und OGC Web Services im Katastrophenmanagement bei Hochwasser
2005 - 2006 Systemevaluierung der neuen Earth Explorer und Web Mapping Systeme
2006 GIS-gestütztes Auflagenmanagement im Pflanzenschutz
2005 Autorisierungskomponente zur interoperablen Zugriffskontrolle geschützter Geodaten
2005 Herstellerübergreifende Interoperabilität auf Basis von OGC Web Feature Services
2005 Verfeinerung der Leitungsauskunft
2004 Leitungsauskunft aus verteilten GIS
2004 - 2005 Web Spatial Analysis Service (WSAS)
2004 Kopplung verteilter Geodaten und Geodienste aus unterschiedlichen Herstellersystemen
2003 Länderübergreifende Datennutzung verteilter Geodatenbanken
2002 Location BasedServices am Flughafen München
2002 OpenGIS im Praxistest
2002 Marktanalyse: Der Geoinformationsmarkt Bayern für Landkreise, Kommunale Zweckverbände und Gemeinden
1997 - 2000 Fortführung von Fach-Geoinformationssystemen mit amtlichen Geobasisdaten
1996 Qualitätsanforderungen und Standards für Geodaten

3D Digitales Landschaftsmodell (3D-DLM)

Projektphase II

 

3D Digitales Landschaftsmodell (3D-DLM) ist ein Projekt am Runden Tisch GIS e.V. in Kooperation mit den Auftraggebern ‘Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen‘ (BEV), ‘Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern‘ (LDBV), ‘Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg‘ (LGL) sowie dem ‘Bundesamt für Landestopographie swisstopo‘ als Berater. Für den Runden Tisch GIS e.V. bearbeiten das Projekt der Lehrstuhl für Geoinformatik der TU München und die M.O.S.S. Computer Grafik Systeme GmbH.

3D-Stadt- und Landschaftsmodelle werden häufig als reine graphische oder geometrische Modelle definiert; dabei werden die semantischen Aspekte oft vernachlässigt. Dies hat zur Folge, dass diese Modelle fast ausschließlich für Visualisierungszwecke verwendet werden können, nicht jedoch für thematische Abfragen, Analyseaufgaben oder Simulationen. Für viele Anwendungsszenarien sind aber genau diese semantischen Informationen von enormer Wichtigkeit. Aus diesem Grund wurde im Projekt “3D-DLM“ jedes erzeugte Objekt des digitalen Landschaftsmodells semantisch angereichert. Diese sind dadurch sowohl thematisch, als auch räumlich selektierbar und abfragbar.

 

 

Demo Web-Client
(Beschreibung im Abschlussbericht)

 

Demo als Video
(in Kürze aufrufbar)

In der Demonstrationsphase konnte die grundsätzliche Machbarkeit einer hochgradig automatisierten Ableitung eines flächendeckenden 3D-DLM aus den vorliegenden ALKIS- und ATKIS-Daten nachge-wiesen werden. Das verwendete Werkzeug 3Dfier lieferte mit den beschriebenen Ausgangsdaten im vollautomatischen Prozess ein fachlich sinnvolles Ergebnis, das aber im Detail noch inhaltliche Fehler enthält. Der Hardware-Ressourcenbedarf sowie die Laufzeiten der Prozessierung des Testgebiets erscheinen für eine Anwendung auch landesweiter Datenbestände geeignet.

Für ein in sich konsistentes Ergebnis ist eine entsprechende Aufbereitung der Ausgangsdaten notwendig. Das betrifft sowohl die Vektordaten, als auch die verwendeten Oberflächenpunkte (Austausch der Bodenpunkte durch hochauflösendes DGM).

Auch hat die Verwendung von realen Breiten anstelle von Klassen bei Straßen- und Gewässerobjekten elementare Bedeutung. Die notwendige Vorverarbeitung der Daten, genauso wie das abschließende Mapping auf ein CityGML-Zielmodell lässt sich gut in einen automatisierten Gesamtprozessablauf integrieren. Somit bietet der untersuchte Ansatz eine praktikable Möglichkeit, um 2D-Daten automatisiert und konsistent in die dritte Dimension anzuheben und dabei alle gewünschten fachlichen Informationen zu übernehmen. Weitere vertiefte Untersuchungen könnten z.B. die Einbeziehung weiterer Software-Werkzeuge sowie die Verkettung der Teilschritte zu einem Gesamtprozess beinhalten.

Projektphase I

3D Digitales Landschaftsmodell (3D-DLM) ist ein Projekt am Runden Tisch GIS e.V. in Kooperation mit den Auftraggebern ‘Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen‘ (BEV), ‘Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern‘ (LDBV), ‘Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg‘ (LGL) sowie dem ‘Bundesamt für Landestopographie swisstopo‘ als Berater. Für den Runden Tisch GIS e.V. bearbeiten das Projekt der Lehrstuhl für Geoinformatik der TU München und die M.O.S.S. Computer Grafik Systeme GmbH.

Das Thema 3D-DLM ist für alle Bodenseeanrainerländer von Interesse. In der Schweiz wird bereits mit dem swissTLM 3D ein entsprechendes Produkt angeboten. In Vorarlberg wird aktuell in einer Machbarkeitsstudie die Erstellung und Nutzung eines 3D-DLMs untersucht. Bayern und Baden-Württemberg haben neben dem DGM und hochaufgelösten DOMs 3D-Gebäudemodelle als Produkt. In der Initiative Baden-Württemberg 4D sollen Geoinformationen sowohl um die dritte Dimension als auch zeitliche Aspekte erweitert werden.

Die genannten Aktivitäten werden bisher weitgehend unabhängig voneinander vorangetrieben. Das gemeinsame Projekt der Bodenseeanrainerländer mit Partnern aus der Wissenschaft und der Industrie wird die Erfahrungen im Bereich 3D-DLM bündeln.
Ziel der Zusammenarbeit ist es insbesondere Anforderungen (grenzübergreifender) Anwendungen zu ermitteln sowie Datenmodelle und Methoden für die automatisierte Erzeugung von 3D-DLM-Objekten nach diesen Anforderungen zu untersuchen.

Zwischenergebnis der Modellierung mittels des Open Source Tools „3Dfier“

Die getrennten Modelle DGM und (2D) DLM sollen perspektivisch in ein konsistentes 3D-DLM überführt werden. Das bedeutet, dass die heutigen 2D-Objektbeschreibungen im ATKIS-Basis-DLM in eine durchgängige 3D-Beschreibung überführt werden. Durch die explizite Berücksichtigung der Höheninformation werden das 3D-DLM und das DGM konsistent zueinander. Zudem werden die topographischen Objekte mit Ihrer Ausdehnung in die Höhe bzw. die dritte Dimension realitätsnäher repräsentiert. Dabei geht es neben der Frage der geometrischen 3D-Modellierung und 3D-Datenerfassung insbesondere auch um die Frage der Erweiterung der fachlichen Modellierung um Objektarten, die vertikale Elemente repräsentieren wie z.B. Mauern und Wände von Gebäuden, Brücken und weiteren Bauwerken, die im bisherigen DLM nicht berücksichtigt waren.

Das Projekt ist in mehrere Projektphasen untergliedert. Projektphase 1, in welcher die Stränge Anwendungsszenarien, Datenmodellierung und Methoden zur automatischen 2D → 3D-Transformation bearbeitet wurden, ist Anfang 2017 abgeschlossen worden. Der Projektbericht zur Phase 1 kann hier heruntergeladen werden.

Aufbauend auf der 1. Phase des 3D-DLM-Projekts erfolgte in der Demonstrationsphase (2.Phase) der Aufbau eines konsistenten 3D Digitalen Landschaftsmodells; die festgelegten Objektklassen wurden auf das DOM bzw. DGM im LoD1 modelliert und um die 3D-Gebäudemodelle im LoD2 ergänzt.

GDI-Werkstatt Bodensee

Jeder EU-Mitgliedstaat ist angehalten, seine Geodaten gemäß der INSPIRE Data Specifications bereitzustellen. Dies bedeutet, dass die Geodaten hierfür in die INSPIRE-Datenmodelle transformiert und dem Nutzer INSPIRE-konform bereit gestellt werden müssen.

Da insbesondere der grenzüberschreitende Aspekt der Bereitstellung von INSPIRE-konformen Geodaten von Bedeutung ist, wurde von den Vermessungsverwaltungen der Bodensee-Anrainerländer Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz das Projekt Prototypische Transformation von Geodaten nach INSPIRE in der grenzüberschreitenden Region Bodensee initiiert, welches prototypisch die von den Vermessungsverwaltungen geführten Geobasisdaten in die Datenmodelle von INSPIRE Anhang I transformieren soll. Durchgeführt wurde das Projekt vom Fachgebiet Geoinformationssysteme der Technischen Universität München, dem Runder Tisch GIS e.V sowie der Firma AED-SICAD AG.

Mit diesem Projekt konnte gezeigt werden, dass die Geobasisdaten von Topographie- und Liegenschaftskataster der Bodensee-Anrainerländer gemäß dem formatbasierten Ansatz nach INSPIRE überführt werden können. Der Aufwand für die Erstellung der Transformationsregeln hängt stark von der Komplexität des jeweiligen Schemas bzw. Formats ab und ist somit für jedes Land unterschiedlich groß. Um die Themen des Anhang I komplett füllen zu können, sind über die Topographie- und das Liegenschaftskataster hinaus weitere Fachdaten notwendig. Hier sei jedoch angemerkt, dass eine vollständige Befüllbarkeit der INSPIRE-Datenmodelle aus rechtlicher Sicht nicht erforderlich, aus Nutzersicht aber durchaus sinnvoll ist.

Testgebiet Bodensee

 

Studie zum Einsatz von Geoinformationen in den Kommunen

Kommunale Geoinformationen galten bisher als kaum vorhanden und schwer zugänglich, das Thema INSPIRE als wenig bekannt. Zudem beinhalten weder die Geo-Fortschrittsberichte der Bundesregierung noch Veröffentlichungen der Länder-GDIen aktuelle Sachstände über die Aktivitäten der Kommunen. Die kommunalen Spitzenverbände hatten daraufhin – initiiert durch ihr Kommunales Koordinierungsgremium GDI (KoKo GDI-DE) unter Einbindung des „Runden Tisches GIS“ – Anfang 2012 eine bundesweite kommunale Umfrage durchgeführt.

Das Ergebnis der mittlerweile veröffentlichten Studie überrascht: Die Kommunen sind beim Aufbau der GDI wesentlich aktiver als bisher angenommen. Mit 1.018 Kommunen ist die Beteiligung an dieser Umfrage zudem überraschend hoch. Insgesamt haben sich 78 kreisfreie Städte, 222 Landkreise, 74 Verbandsgemeinden sowie 644 kreisangehörige Gemeinden beteiligt. Die Beteiligungsquote im Bereich der Landkreise und kreisfreien Städte liegt damit bei rund 75 %.