3D Digitales Landschaftsmodell (3D-DLM)

3D Digitales Landschaftsmodell (3D-DLM) ist ein Projekt am Runden Tisch GIS e.V. in Kooperation mit den Auftraggebern ‘Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen‘ (BEV), ‘Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern‘ (LDBV), ‘Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg‘ (LGL) sowie dem ‘Bundesamt für Landestopographie swisstopo‘ als Berater. Für den Runden Tisch GIS e.V. bearbeiten das Projekt der Lehrstuhl für Geoinformatik der TU München und die M.O.S.S. Computer Grafik Systeme GmbH.

Das Thema 3D-DLM ist für alle Bodenseeanrainerländer von Interesse. In der Schweiz wird bereits mit dem swissTLM 3D ein entsprechendes Produkt angeboten. In Vorarlberg wird aktuell in einer Machbarkeitsstudie die Erstellung und Nutzung eines 3D-DLMs untersucht. Bayern und Baden-Württemberg haben neben dem DGM und hochaufgelösten DOMs 3D-Gebäudemodelle als Produkt. In der Initiative Baden-Württemberg 4D sollen Geoinformationen sowohl um die dritte Dimension als auch zeitliche Aspekte erweitert werden.

Die genannten Aktivitäten werden bisher weitgehend unabhängig voneinander vorangetrieben. Das gemeinsame Projekt der Bodenseeanrainerländer mit Partnern aus der Wissenschaft und der Industrie wird die Erfahrungen im Bereich 3D-DLM bündeln.
Ziel der Zusammenarbeit ist es insbesondere Anforderungen (grenzübergreifender) Anwendungen zu ermitteln sowie Datenmodelle und Methoden für die automatisierte Erzeugung von 3D-DLM-Objekten nach diesen Anforderungen zu untersuchen.

Zwischenergebnis der Modellierung mittels des Open Source Tools „3Dfier“

Die getrennten Modelle DGM und (2D) DLM sollen perspektivisch in ein konsistentes 3D-DLM überführt werden. Das bedeutet, dass die heutigen 2D-Objektbeschreibungen im ATKIS-Basis-DLM in eine durchgängige 3D-Beschreibung überführt werden. Durch die explizite Berücksichtigung der Höheninformation werden das 3D-DLM und das DGM konsistent zueinander. Zudem werden die topographischen Objekte mit Ihrer Ausdehnung in die Höhe bzw. die dritte Dimension realitätsnäher repräsentiert. Dabei geht es neben der Frage der geometrischen 3D-Modellierung und 3D-Datenerfassung insbesondere auch um die Frage der Erweiterung der fachlichen Modellierung um Objektarten, die vertikale Elemente repräsentieren wie z.B. Mauern und Wände von Gebäuden, Brücken und weiteren Bauwerken, die im bisherigen DLM nicht berücksichtigt waren.

Das Projekt ist in mehrere Projektphasen untergliedert. Projektphase 1, in welcher die Stränge Anwendungsszenarien, Datenmodellierung und Methoden zur automatischen 2D → 3D-Transformation bearbeitet wurden, ist Anfang 2017 abgeschlossen worden. Der Projektbericht zur Phase 1 kann hier heruntergeladen werden.

Aufbauend auf der 1. Phase des 3D-DLM-Projekts erfolgt in der gerade laufenden Demonstrationsphase der Aufbau eines konsistenten 3D Digitalen Landschaftsmodells; die festgelegten Objektklassen werden auf das DOM bzw. DGM im LoD1 modelliert und um die 3D-Gebäudemodelle im LoD2 ergänzt.