TISCHVORLAGE

GI-Runde und PFGK18: Drei Tage volles Programm

Drei Tage ein vollgepacktes Programm aus Exkursionen, Vorträgen, Firmenausstellung und über 530 Teilnehmer: Die PFGK 2018 in der TU München als gemeinsame Veranstaltung des Runden Tisches GIS, der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (DGfK) und der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation (DGPF) darf als voller Erfolg gewertet werden.

Bereits die erste Keynote im Audimax der TU München zum Auftakt spannte den Bogen für die folgenden Tage, in der zahlreiche Fachdisziplinen rund um die Erzeugung, Verarbeitung und Anwendung von Geodaten ihre Eigenständigkeit ebenso darstellten, wie das Verbindende. Professor Michael Goodchild aus Kalifornien kondensierte seine einige Jahrzehnte umfassenden Erfahrungen in der Geoinformatik in eine rund einstündige Betrachtung der Frage, ob es gelingt eine „Wissenschaft des Wo“ (The Science of Where) als eigenständige wissenschaftliche Disziplin zu definieren, die mehr ist als ein Werkzeug für die vorhandenen geowissenschaftlichen Fachrichtungen. Sein erklärtes Anliegen als jemand, der die Geoinformatik als wissenschaftliche Disziplin selbst entscheidend mitgeprägt hat, lag auf der Hand: Natürlich wollte Goodchild den exklusiven Charakter der Geoinformatik betonen. So streifte er wie selbstverständlich durch die Anwendungsfelder, die sich die Geoinformatik in den zurückliegenden Jahren erobert hat. Zugleich machte er aber deutlich, welche grundlegenden wissenschaftlichen Annahmen in der Geoinformatik verborgen sind, ohne deren Verständnis die Anwendung zwangsläufig zu falschen Ergebnissen führt. Goodchild legte zudem dar, welchen Einfluss wiederum die technologische Entwicklung auf die Wissenschaft des Wo hat. Und auch, wo diese Entwicklung ignoriert wird und an Traditionen festgehalten wird.
Damit waren Themen, Diskussionen und ein wenig auch die Stimmung der folgenden Tage gut umrissen. Während etwa die Kartographen in einer Podiumsdiskussion sehr selbstkritisch die akademische Rolle ihres Faches beleuchteten, zeigte Professor Christoph Stiller in der Keynote des zweiten Tages, welche neuen Anforderungen autonome Fahrzeuge an die Sammlung und Aufbereitung von Geodaten stellen. Volles Haus auch bei der dritten Keynote der PFGK18 (Photogrammetrie – Fernerkundung – Geoinformatik – Kartographie): Der Astronaut und heutige ESA-Berater Dr. Thomas Reiter sprach über die Perspektiven der Raumfahrt und die Bedeutung der ISS, die unter anderem ganz praktisch als bemannte Plattform dient, um neue Erfassungssensoren der Fernerkundung im All zu testen.
Neben den drei Keynotes konnten die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Finnland, Frankreich, Kenia, Niederlande, Südafrika und den Vereinigten Staaten weitere 29 Vorträge hören, die auf Einladung der drei Fachverbände zu Gast waren. Dazu kamen 73 akzeptierte, eingereichte wissenschaftliche Beiträge sowie 38 interaktive Posterpräsentationen. Rund 20 Unternehmen bestritten eine gut frequentierte, begleitenden Fachausstellung. Ein offizieller Festabend in einem Bayerischen Brauhaus rundete die Veranstaltung ab und diente zugleich als festlicher Rahmen, für die Vergabe zahlreicher Nachwuchs- und Ehrenpreise der drei Verbände.
Die Deutsche Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation e.V. (DGPF), der Runde Tisch GIS e.V. (RT GIS) und die Deutsche Gesellschaft für Kartographie e.V. (DGfK) haben als Veranstalter außerdem einen fast 1000 Seiten umfassenden Tagungsband veröffentlicht. Er steht zum Download bereit.

 

Förderpreis Geoinformatik 2018 vergeben

Die Preisträger des Förderpreises Geoinformatik 2018 stehen fest. Den Preis für die beste Dissertation erhielt Dr. Christian Berger von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, der Preis für die beste Masterarbeit wurde an Nadine Piveteau von der Universität Zürich verliehen. Die Publikumspreise erhielten Dr. Tatjana Kutzner und Lukas Liebel, beide von der TU München. Am 8. März 2018 wurden die Preisträger auf der Abendveranstaltung der im Rahmen der PFGK18 stattfindenden Münchner GI-Runde ausgezeichnet.

Insgesamt hatten zwölf Masterabsolventen und acht fertige Doktoranden ihre Arbeiten eingereicht. Acht von Ihnen wurden zur GI-Runde eingeladen, um ihr Abschlussthema im Rahmen eines Kurzvortrages vorzustellen. Dafür gab es zusätzlich einen Publikumspreis für die beste Präsentation zu gewinnen. Die gingen in diesem Jahr an Dr. Tatjana Kutzner und Lukas Liebel, beide von der TU München.
Die Arbeiten nicht nur der zwei schließlich prämierten Gewinner zeigten einmal mehr die große Bandbreite möglicher Themen der Geoinformatik. Christian Berger hat in seiner Dissertation beispielsweise Methoden zur Fusion räumlich hochaufgelöster Multi-spektral- und Objekthöhendaten entwickelt und deren Nutzen im Rahmen stadtumweltbezogener Fragestellungen demonstriert. Vor dem Hintergrund, dass die Verfügbarkeit dieser Daten gerade für die urbanen Gebiete der Erde stetig zunimmt, eine wichtige Arbeit, denn in vielen Städten fehlen detaillierte Karten, die  Aufschluss über planungsrelevante Siedlungsparameter geben. Ein Grund dafür: Die Fülle der zugänglichen Geodaten muss in verlässliche thematische Informationen überführt werden. Demzufolge besteht ein großer Bedarf an akuraten und übertragbaren Auswertungsverfahren, die sich das Synergiepotential räumlich hochaufgelöster Multispektral- und Objekthöhendaten für ein verbessertes Stadtumweltmonitoring zunutze machen.
Nadine Piveteau hat ihre Masterarbeit genutzt, um neue Instrumente und Methoden zu beschreiben, die Planungsprozesse für Überlandleitungen verbessern. Denn der Ausbau des existierenden Stromnetzes ist infolge des steigenden Stromkonsums und der zunehmenden Dezentralisierung der Stromerzeugung durch die Energiewende in allen Ländern Europas notwendig. Aufgrund der langwierigen Planungs- und Bewilligungsprozessen sowie aufgrund der geringen Akzeptanz seitens der Bevölkerung, schreitet dieser Ausbau und die Modernisierung des Netzes jedoch nur langsam voran. Das Ziel der Masterarbeit war es darum, technische Eigenschaften von Übertragungsleitungen zusätzlich zu raumplanerischen und umwelt- sowie landschaftsbezogenen Aspekten in die Berechnung der Trasse zu integrieren, um von Beginn an einen optimalen und integrierten Planungsansatz verfolgen zu können.

3D-DLM – Automatisierte Modelle sind machbar

Das vom Runden Tisch GIS durchgeführte Forschungsprojekt 3D-DLM hat jetzt seinen Abschluss gefunden. Es sollte beispielhaft zeigen, welche Verfahren notwendig sind, um automatisiert ein konsistentes Digitales Landschaftsmodell in 3D zu erzeugen. Dabei werden zuvor festgelegte Objektklassen auf das Digitale Geländemodell  in LoD1 modelliert und um die amtlichen 3D-Gebäudemodelle ergänzt. Das ganze geschah mit dem Open Source Tool „3Dfier“.

Neben dem Runden Tisch GIS in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Geoinformatik der TU München und der Firma M.O.S.S. Computer Grafik Systeme GmbH als Projektbearbeiter, waren auch die Länder Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und die Schweiz beteiligt. Sie stellten die Anforderungen und vor allem zahlreiche Daten zur Verfügung.  
Das in dem Vorhaben angestrebte 3D-DLM geht entscheidend über die vielfach bereits vorhandenen, einfachen 2,5-dimensionalen Digitalen Liegenschaftsmodelle (DLM) hinaus. Werden beim 2,5-DLM die Objekte aus dem 2D-DLM lediglich dem Geländeverlauf (DGM bzw. DOM) angepasst, so umfasst ein 3D-Landschaftsmodell zusätzlich auch als dreidimensionale Körper repräsentierte künstliche Strukturen wie etwa Gebäude, Brücken oder Dämme und natürliche Objekte, wie zum Beispiel die Vegetation.
Ausgangsdaten für die Erzeugung des 3D-DLM waren die ALKIS- und ATKIS-Daten. Sie liegen häufig lediglich linienhaft vor. Dies erfordert eine entsprechende Pufferung um standardisierte bzw. klassifizierte Werte ausgehend von den ATKIS-Attributen. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass sich die Geometrien der einzelnen Objektarten teilweise gegenseitig überlagern. Dies trifft beispielsweise für den linienhaften Verlauf von Straßen oder Flüssen innerhalb eines Wald-Polygons zu. Für jedes später gewünschte Objekt im 3D-DLM mussten daher entsprechende Verfahren der Objekterzeugung und -integration gefunden werden. Zugleich ging es um eine flächenhafte Umsetzung, was Fragen der Performance und Prozessparallelisierung aufwarf. Schließlich ging es auch noch um ein semantisches Mapping des 3D-Landschaftsmodells: Hierbei sind alle Objekte nach thematischen und funktionalen Aspekten strukturiert. Das heißt, die einzelnen Objekte werden zusätzlich nach logischen Kriterien in ihre Bestandteile zerlegt. Ein Gebäude besteht in diesem Fall aus einem Dach und Wänden; eine Straße aus der Fahrbahn und den Seitengräben. Erst an zweiter Stelle steht der Visualisierungsaspekt.
Das Ergebnis: In der Demonstrationsphase konnte die grundsätzliche Machbarkeit einer hochgradig automatisierten Ableitung eines flächendeckenden 3D-DLM aus den vorliegenden ALKIS- und ATKIS-Daten nachgewiesen werden. Das verwendete Werkzeug 3dfier, eine Open Source Software von der TU Delft, lieferte mit den beschriebenen Ausgangsdaten im vollautomatischen Prozess ein fachlich sinnvolles Ergebnis, das aber im Detail noch inhaltliche Fehler enthält. Die Ergebnisdaten sind nach dem CityGML-Standard des OGC repräsentiert. Der Hardware-Ressourcenbedarf sowie die Laufzeiten der Prozessierung des Testgebiets erscheinen für eine Anwendung auch landesweiter Datenbestände geeignet. Gleichwohl blieben noch weitere Aufgaben, insbesondere hinsichtlich der Aufbereitung der Ausgangsdaten.
Der Abschlussbericht zum Projekt wird im April auf der Webseite des Runden Tisches GIS zur Verfügung gestellt.

Geo@aktuell über 3D-Daten in der Fläche

Mehr als Gebäudemodelle: Die Frage wie und warum 3D Geoinformationen auch in der Fläche eine Rolle spielen, steht in diesem Jahr im Mittelpunkt  der Geo@aktuell-Tagung des Runden Tisches GIS am 18. April im bayerischen Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München.

Präsentiert wird unter anderem, wie Bayern seine landesweite dreidimensionale Modellierung in Angriff nimmt. Welchen Nutzen 3D-Stadtmodelle im ländlichen Raum stiften, wird danach nicht theoretisch, sondern aus der praktischen Sicht der baden-württembergischen Gemeinde Niedernhall vorgetragen. Hier geht es zum vollständigen Programm.
Geo@aktuell ist die Veranstaltung des Runden Tisches GIS, die unmittelbar vor der Jahreshauptversammlung aktuelle Trends in der Geoinformatik aufgreift. Interessenten sind herzlich eingeladen ab 9:30 bis zu einem Mittagsimbiss um 13:15 von dem Know-how der Referenten zu profitieren und ihre eigenen Fragen zu dem Thema mitzubringen. Es gibt Raum und Gelegenheit zur Diskussion und zum Networking. Die Anmeldung ist ab sofort online möglich.
Im Anschluss am Nachmittag lädt der Runde Tisch GIS e.V. zu seiner Jahreshauptversammlung. Die Einladung nebst Tagesordnung dafür ist an die Mitglieder verschickt.

Mobiles GIS Forum bietet noch Raum für Referenten

Am 12. Juli 2018 findet das inzwischen 13. Mobile GIS-Forum statt. Um das Tagungsprogramm so vielseitig wie möglich zu gestalten, sind die Mitglieder des Runden Tisches aufgerufen noch Beiträge zum Themenschwerpunkt „Natur, Umwelt, Ressourcen“ einzureichen. Im Fokus steht der Praxisnutzen.

Wer den praktischen Mehrwert eines konkreten Projektes in zehn Minuten Vortrag (plus fünf Minuten Fragezeit) beschreiben kann, ist herzlich eingeladen seinen Beitrag mit Titel und Kurzbeschreibung der Inhalte bzw. des Projekts (inklusive Innovation oder Kundennutzen) bis 11. Mai 2018 an die Geschäftsstelle des Runden Tisches GIS, das heißt an Dr. Gabriele Aumann (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zu übermitteln. Bitte aufgepasst: Beiträge ohne Kurzbeschreibung werden nicht angenommen. Auch reine Produkt- und Firmenpräsentationen sind nicht gewünscht.
Fest steht bereits Keynotesprecher Dr. Josef Kauer, der lange Jahre in führenden Positionen bei Intergraph und Microsoft tätig war und seit 2015 als Präsident der BIM World München agiert. Kauer wird das Thema Augmented Reality und GIS beleuchten.
Neben dem normalen Tagungsprogramm wird es auch ein Firmenforum geben. Die Zahl der Aussteller ist auf zwölf begrenzt. Jeder Aussteller kann dabei kostenlos zwei Teilnehmer anmelden. Bitte schicken Sie Ihre Anmeldung unter Angabe des Firmennamens und der zwei Teilnehmer bis 01. Juni dieses Jahres per Mail an Stefanie Thiele (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Die Plätze in der Ausstellung werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben.

3D-Forum Lindau: BIM und Internet der Dinge

Wenn am 15. und 16. Mai 2018 das Internationale 3D-Forum Lindau zum siebzehnten Mal stattfindet, ist erstmals der Runde Tisch GIS als Mitveranstalter im Boot. Dies haben die Begründer der Veranstaltung Dr.-Ing. Achim Hellmeier von der GeoSpatial Consulting Aalen und Dipl.-Ing. Claus Bihl von der Stadt Lindau und der Runde Tisch GIS vereinbart.

Das Thema 3D bleibt weiter hochaktuell und spannend. Neben BIM als eines der neuen Anwendungsfelder kommt mit dem Internet of Things ein noch weiteres dazu. Zudem werden die Anwendungen in den verschiedensten Bereichen immer professioneller und vielfältiger. All das macht das 17. Internationale 3D-Forum Lindau wieder interessant und lehrreich.
Das 3D-Forum Lindau bietet somit eine gute Gelegenheit, die aktuellen Entwicklungen und Trends in einer äußerst rasant voranschreitenden Technologie der 3D-Stadt- und Gebäudemodelle mit all seinen damit verbundenen Themen kompakt und informativ dargestellt zu bekommen. So werden neben wissenschaftlichen und technologischen Neuheiten und Trends vor allem aber auch wieder Vorträge aus der Praxis Schwerpunkt der Veranstaltung sein. Dies wird durch die bewährte Zusammensetzung der Referenten aus Wissenschaft, Verwaltung und der Wirtschaft gewährleistet. Der Eröffnungsvortrag mit dem Titel „Internet of Things (IoT), Smart Cities und 3D-Stadtmodelle“ wird vom 1. Vorsitzenden des Runden Tisch GIS, Prof. Thomas H. Kolbe gehalten.
Die Veranstaltung richtet sich damit unter anderem an Leitungs- und Führungskräfte der Kommunen, Landkreise, Stadtwerke und andere öffentliche Institutionen sowie Hochschulen und Unternehmen der Bereiche Stadtplanung, Stadtentwicklung, Versorgungsunternehmen, Hoch- und Tiefbau, Infrastrukturplanung, Wasserwirtschaft, GIS, Vermessung, Tourismus, Wirtschaftsförderung und  Immobilien-Management. Auch Systemhersteller, Dienstleister und Projektträger, die in diesen Aufgabenfeldern tätig sind, sind angesprochen.
Am zweiten Veranstaltungstag werden einzelne Themen vertieft und an Beispielen erläutert. Eingebettet in die Veranstaltung ist der CityGML-Workshop der Standard Working Group des OGC. Auch einige Firmenworkshops werden angeboten. In einer Ausstellung präsentieren spezialisierte Firmen den neuesten Stand ihrer 3D-, (Web)GIS- und Visualisierungstechnologien. Die Veranstaltung wird zudem von der Architektenkammer Baden-Württemberg als Fortbildungsveranstaltung für Architekten anerkannt. Das vollständige Programm und alle Informationen zur Teilnahme finden sich unter www.3d-forum.li.

Mitschreiben am Leitfaden „Geodäsie und BIM“

Der gemeinsam mit dem DVW erstellte Leitfaden „Leitfaden Geodäsie und BIM“ des Runden Tisches GIS ist ein großer Erfolg – allein von der Webseite des Runden Tisches wurde er über 2000 mal heruntergeladen.  Die Vielzahl der fachlichen Reaktionen sprechen ebenfalls für sich. Doch damit wollen sich die Verantwortlichen nicht zufriedengeben. Geplant ist eine Aktualisierung des Leitfadens, wobei im Wesentlichen Beiträge aus der Praxis ergänzt werden.

Darum können sich auch jetzt noch neue Autoren einbringen. Für die Nachfolgeversion 1.2 werden vor allem Praxisberichte von Unternehmen und Behörden und weitere Produktvorstellungen gesucht. Und natürlich können Firmen erneut ihre Anzeigen platzieren. Die ergänzte Version des „Leitfaden Geodäsie und BIM“ soll zur Intergeo 2018 veröffentlicht und wieder als frei zugängliches PDF-Dokument bereitgestellt werden. Alle Beiträge, Produktvorstellungen und Werbeanzeigen können bis zum 30.06.2018 eingereicht werden. Ansprechpartner ist Prof. Robert Kaden (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Nehmen Sie teil und wirken Sie am Leitfaden mit!
Die erste Version des „Leitfaden Geodäsie und BIM“ wurde in Zusammenarbeit mit erfahrenen Experten aus der Wissenschaft, Unternehmen und Verwaltung erstellt und dient als Handbuch für Vermessungs- und Bauingenieure, Geodatenmanager und Planer in Unternehmen und Verwaltung. Im Mittelpunkt steht die Integration geodätischer Aufgaben und Werkzeuge mit der BIM-Methode. Der Leitfaden soll den jeweiligen Verantwortlichen in konkreten Projekten helfen, aktuelle und künftige Herausforderungen bei der Digitalisierung des Bauwesens zu meistern.

FERNSCHREIBEN

Cloud4EO: Optimierte Prozessierung von Fernerkundungsdaten

Immer mehr Fernerkundungsdaten entstehen in immer kürzeren Frequenzen und fließen in die Analysen und Datenaufbereitungsprozesse ein. M.O.S.S. hat gemeinsam mit dem Fraunhofer IGD im Rahmen des Projektes IQmulus eine Lösungsarchitektur entwickelt, um Verarbeitungsprozesse zu parallelisieren und zu beschleunigen.

Anwendung finden dabei unter anderem die M.O.S.S. Komponenten novaFACTORY, eigene Workflows und novaFACTORY Agent. Seit November vorigen Jahres läuft jetzt das Projet Cloud4EO der Projektpartner.  In dessen Rahmen wird diese Lösungsarchitektur für einen ausgewählten Prozess im Bereich Flächenmonitoring angewendet und vergleichend bewertet, welche Potentiale sich durch die Parallelisierung in unterschiedlichen Ausführungsumgebungen erschließen lassen. Cloud4EO wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Esri: GIS als Digitalisierungsschlüssel

Während vor fünf Jahren Digitalisierung, Internet of Things und Artificial Intelligence Marketing noch Buzzwords waren, sind sie heute Realität. In immer mehr Lebensbereichen und branchenübergreifend. Für Organisationen des öffentlichen und privaten Sektors entstehen gerade vollkommen neue Workflows und Geschäftsmodelle. Dass in diesem Kontext Daten eine Schlüsselrolle spielen, braucht man heute nicht mehr zu erwähnen. Die Frage, wie Organisationen Daten richtig in Wert setzen, ist jedoch allgegenwärtig.

Welche Synergien die richtige Verknüpfung und Visualisierung von Daten ermöglichen, zeigt Los Angeles. Die Stadt stellt auf einer sogenannten Initiativseite im Netz GIS-basierte Analysen zu relevanten Themen öffentlich bereit; beispielsweise zum Falschparken: Hierzu verknüpft die Stadt Parkticketdaten mit weiteren Datensätzen. Die Erkenntnisse überraschen städtische Entscheidungsträger und Bürger zugleich: Interaktive Karten und Charts vermitteln nicht nur das Ausmaß zugeparkter Straßen, sondern visualisieren auch die Folgen. So sehen Bürger, wie häufig Falschparker wichtige Zufahrtswege blockieren, die Stadtreinigung deshalb mehrfach anfahren muss, welche Straßen verschmutzt bleiben und wie viel Kosten deshalb entstehen. Mehr zu diesem Beispiel, und wie Geoinformationssysteme darüber hinaus zur Digitalisierung von Städten und Regionen beitragen, hat Esri für Sie in einem kostenfreien E-Book zusammengefasst.
GIS Talk 2018 – Der Countdown läuft: Nicht nur Städte werden smart. Auch führende Infrastrukturanbieter, Behörden mit Sicherheitsaufgaben, Logistikunternehmen und weitere Branchen setzen auf Geoinformationssysteme bei der Digitalisierung ihrer Workflows. Wie Unternehmen mit Location Intelligence neue Märkte erschließen und innovative datenbasierte Strategien entwickeln, steht auf der größten deutschsprachigen GIS-Konferenz, der GIS Talk 2018, im Fokus. Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier.

ALKIS-Umstellung in Mannheim mit Managed Services von AED-SICAD

Die Aufgaben bei der ALKIS-Datentransformation nach ETRS89 waren sehr vielfältig: Die Einhaltung der landesweiten Transformationsregeln, die Überprüfung der Ein- und Ausgangsdaten sowie die Berücksichtigung der Verwaltungsvorschriften mussten in Einklang gebracht werden.

Der reibungslose Produktionsübergang und die Bereitstellung einer aktuellen Softwaregeneration konnten durch professionelles Projektmanagement zwischen dem Fachbereich Geoinformation und Vermessung der Stadt Mannheim und der AED-SICAD erfolgreich realisiert werden. AED-SICAD kümmert sich bei der Stadt Mannheim seit der ALKIS-Einführung intensiv um den Betrieb des ALKIS-Verfahrens. So wird zum einen die Fachabteilung durch Vor-Ort-Workshops kontinuierlich beraten und zum anderen über abgesicherte remote-Zugänge der stabile Ablauf des ALKIS-Verfahrens sichergestellt.  Ohne es offiziell so zu nennen, werden somit bereits heute Managed Services umgesetzt. Mit dem UTM-Transformationsprojekt wurde der Aspekt der Betreuung von Datenhaltung und Software als einheitlichem Service weiter vorangetrieben.
AED-SICAD war zum einen dafür verantwortlich, die Ausgangsdaten von Gauß-Krüger zu transformieren und einer umfangreichen Qualitätssicherung zu unterziehen. Zum anderen galt es, parallel dazu eine neue Produktionsumgebung aufzubauen und die Fachabteilungen an die neue Produktionsumgebung heranzuführen. Hinsichtlich des Betriebs des ALKIS-Verfahrens in der UTM-Umgebung übernimmt AED-SICAD in Abstimmung mit der Stadt Mannheim auch künftig die administrative Betreuung des ALKIS-Verfahrens. Kernaufgaben bezüglich der IT-Infrastruktur, des Datenmanagementsystems oder der Netzwerke, Kommunikation und IT-Sicherheit liegen weiterhin ausschließlich beim Fachbereich Informationstechnologie der Stadt.
Ein vergleichbares Vorgehen erfolgte auch bei den anderen KoALA-Anwendern (Kommunale ALKIS-Anwender Baden-Württemberg) innerhalb der AED Solution Group durch BARAL Geohaus-Consulting. Das UTM-Projekt sowie die Einführung der neuen 3A-ALKIS-Verfahrensprodukte sollen bei allen KoALA-Anwendern bis Mitte 2018 zum Abschluss kommen.

Europäisches Handbuch zu BIM

Ein neues „Handbuch für die Einführung von Building Information Modeling durch den europäischen öffentlichen Sektor“ hat jetzt die EU-Kommission vorgelegt. Es ist unter http://www.eubim.eu/handbook-selection/ in zahlreichen Sprachen verfügbar und beschreibt auf rund 80 Seiten die Erfahrungen von politischen Entscheidungsträgern, öffentlich-rechtlichen Eigentümern und Infrastrukturbetreibern aus mehr als zwanzig europäischen Ländern bei der Einführung von BIM.

In dem Handbuch wird die Schlussfolgerung gezogen, dass eine günstige Gelegenheit besteht, die Einführung von BIM europaweit zu harmonisieren. Regierungspolitik und Methoden der öffentlichen Beschaffung werden als leistungsstarke Instrumente empfohlen, die den grundlegenden Wandel des Bausektors unterstützen. Ohne diese Top-Down-Führung würde sich die geringe und unregelmäßige Anwendung neuer Informationstechnologie im Bausektor wahrscheinlich fortsetzen. Dies gelte insbesondere für die zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen innerhalb des Sektors.
Regierungen und Organisationen des öffentlichen Sektors können daher eine Führungsrolle übernehmen, um BIM zu nutzen. Regierungen sind allein jedoch nicht dazu imstande: Die Zusammenarbeit mit der Industrie auf europäischer und nationaler Ebene ist zur Realisierung dieser digitalen Transformation unter gebührender Berücksichtigung von Handelsmodellen, Bildung, Kompetenzentwicklung, KMU und Änderungen der derzeitigen Praxis wesentlich.
Das Ziel ist, zusammen mit dem Privatsektor einen wettbewerbsfähigen und offenen digitalen Baumarkt zu schaffen – einen Markt, der weltweit den Maßstab setzt. Zur Realisierung dieser Zielvorstellung wird der öffentliche Sektor in diesem Handbuch zu koordinierten Maßnahmen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene aufgerufen.
Schließlich beschriebt das Handbuch die ersten Schritte einer digitalen Revolution des Sektors, die im Laufe der Zeit erhebliche Anpassungen seitens der Auftraggeber und der Beschaffungskette erfordern. Dies lässt sich nicht über Nacht erreichen, und die Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Strategien zur Annahme von BIM ein Schritt-für-Schritt-Vorgehen vorsehen. Ziel dieses Handbuchs ist es, Regierungen und öffentliche Auftraggeber bei der Überleitung des Bauwesens in das digitale Zeitalter zu unterstützen. Download unter: http://www.eubim.eu/handbook-selection/

 

UMLAUFMAPPE

Umweltinformatik: Call for Papers

Am 7. und 8. Juni 2018 findet in Nürnberg die diesjährige Tagung des Arbeitskreis Umweltinformationssysteme der Fachgruppe 4.6.1 „Umweltinformatik“ der Gesellschaft für Informatik (GI) e.V. statt. In diesem Jahr sollen Umweltinformationssysteme unter dem Motto "Umweltdaten - in allen Dimensionen und zu jeder Zeit?" diskutiert werden. Beiträge dazu sind noch bis Ende März willkommen.

Gefragt sind Vorstellungen von UIS Konzepten, IT-Anwendungen und Fachverfahren. Neben Beiträgen zu konkreten Systemen im UIS-Umfeld sind spannende Themen im Kontext von Umweltinformationssystemen von Interesse. Zu aktuellen Umwelt-Fachthemen zählen zum Beispiel Abfallmanagement, Biodiversität, Energiewende, Hochwassermanagement, Gesundheit, INSPIRE, integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM), Klimawandel, Krisen- und Notfallmanagement, Naturschutz und Naturgefahren, Ressourceneffizienz, Smart City, Umweltbildung oder Umweltgerechtigkeit.
In Sachen Informationstechnik sind Beiträge zu Datenerzeugung: Copernicus-Services, Drohnen, Crowdsourcing mit Bürgerbeteiligung, Citizen Science, Sensorik, Datenintegration und -management:  Big Data, Smart Data, Cloud-Technologien, Datenverteilung und -nutzung, Open Data, Internet of Things (IoT), mobilen Lösungen, Augmented & Virtual Reality,  Integration, Interoperabilität oder Microservice-Architekturen von Interesse, wobei diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Alle weiteren Informationen unter http://www.ak-uis.de.