TISCHVORLAGE

PFGK2018 / Münchner GI-Runde: Frühbucherrabatt jetzt nutzen!

Noch bis 31. Januar gilt der Frühbucherrabatt für die PFGK 18. Das Kürzel steht einmalig für Photogrammetrie - Fernerkundung - Geoinformatik - Kartographie – und das Jahr 2018. Es ist die gemeinsame Klammer für die 5. Münchner GI-Runde des Runden Tisches GIS e.V. den 66. Deutschen Kartographie Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e.V. (DGfK), und die 38. Wissenschaftlich-Technische Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation e.V. (DGPF), die vom 7. bis 9. März 2018 parallel und unter einem Dach an der TU München stattfinden.

Die drei traditionsreichen Veranstaltungen und die jeweils mit ihnen verbundenen Fachgemeinschaften sollen sich gegenseitig inspirieren, zugleich aber mit ihren jeweiligen Schwerpunkten eigenständig erkennbar bleiben. Aus Sicht des Runden Tisches GIS wird die Kernidee der GI-Runde, Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden gleichberechtigt zusammenzubringen – sie gewissermaßen an einen Runden Tisch zu bekommen – durch die Kooperation mit den anderen Fachverbänden in diesem Jahr noch gestärkt. Der zusätzliche Vorteil für die Besucher: Sie können sich ihr Programm in den drei Tagen aus allen Vortragsreihen frei zusammenstellen. Die GI-Runde wird auch in der Kooperation in bewährter Weise neben ihren wissenschaftlichen Inhalten sowie den Praxisvorträgen wieder neueste Technologien und Produktentwicklungen in ihren Innovationsforen präsentieren. Aktuell gibt es sogar noch Chancen, sich für diese Innovationsforen mit einem Beitrag zu bewerben. Interessenten wenden sich einfach an die Geschäftsstelle des Runden Tisch GIS.
Insgesamt erwarten die Besucher über 100 Vorträge und Präsentatioen, darunter drei hochkarätige Keynotes von Prof. Christian Stiller vom Karlsruher Institut für Technolgie (KIT), vom Astronauten und heutigen ESA-Koordinator internationale Agenturen Thomas Reiter sowie von dem Geographen Michael Goodchild, einer der Väter moderner GIS-Technologie. Eine umfangreiche Fachaustellung und interessante Exkursionen unter anderem zum Kontrollzentrum des europäischen Navigationssystems Galileo runden das Angebot der DFGK18 ab. Unter der Adresse www.pfgk18.tum.de finden sich alle detaillierten Informationen über und rund um die Veranstaltung.

Runder Tisch GIS wird Mitveranstalter des 3D-Forums Lindau

Wenn am 15. und 16. Mai 2018 das Internationale 3D-Forum Lindau zum siebzehnten Mal stattfindet, ist erstmals der Runde Tisch GIS als Mitveranstalter im Boot. Dies haben die Begründer der Veranstaltung Dr.-Ing. Achim Hellmeier von der GeoSpatial Consulting Aalen und Dipl.-Ing. Claus Bihl von der Stadt Lindau und der Runde Tisch GIS jetzt vereinbart.

Das  2002 von Achim Hellmeier und Claus Bihl ins Leben gerufene Expertentreffen versammelt alljährlich rund 250 Teilnehmer aus mehreren Ländern. 2017 waren rund 30 spezialisierte Firmen aus den Bereichen 3D-Stadtmodelle, Datenerfassung, Modellierung, Visualisierung (VR/AR), CityGML und BIM beteiligt.
"Mit dem Runden Tisch GIS e.V. haben wir einen Partner gefunden, der dazu beitragen wird, diese erfolgreiche und führende Veranstaltung im Bereich virtuelle 3D-Stadtmodelle mit all ihren Facetten mittel- und langfristig weiter auf Erfolgskurs zu halten. Wir freuen uns, dass der Runde Tisch GIS Mitveranstalter des Internationalen 3D-Forums Lindau geworden ist", kommentierten Bihl und Hellmeier die Entwicklung.
Prof. Dr. Thomas H. Kolbe, Vorstandsvorsitzender des Runden Tisch GIS und Leiter des Lehrstuhls für Geoinformatik an der Technischen Universität München hob gemeinsam mit Dr. Gabriele Aumann, Geschäftsführerin des Runden Tisch GIS hervor, "dass sich das Internationale 3D-Forum Lindau von Jahr zu Jahr sehr positiv weiterentwickelt hat und dass es die Aktivitäten des Runden Tisch GIS im Bereich 3D-Stadtmodelle sehr gut ergänzt."

Die Lücke zwischen Alltags- und Behördenwelt schließen

„Mit Daten Politik machen! Geo-Daten – die DNA der Kommunen“, lautete der Titel der Keynote des Kommunalen GIS Forums am 14. November in Neu-Ulm. Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund gab damit den Rahmen für die folgenden praxisbezogenen Präsentationen: Sein Vortrag machte deutlich, wie sehr die Digitalisierung die Behördenwelt auf den Kopf stellen wird.

Zum nunmehr fünften Mal trafen sich am 14. November in Neu-Ulm wieder Verantwortliche aus Kommunen und Technischen Rathäusern zum Kommunalen GIS-Forum des Runden Tisch GIS e.V. Das Fachtreffen im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm nahm diesmal die  Digitalisierung zahlreicher kommunaler Arbeitsfelder in den Blick. Sie sollte aber nicht als Bedrohung, sondern als ein neues Werkzeug der kommunalen Selbstverwaltung dargestellt werden. Dem intelligenten Management kommunaler Geodaten kommt sogar häufig eine Schlüsselfunktion zu. Wie kann dieses Management aussehen? Welche Daten werden heute und in Zukunft benötigt? Welche Akteure in und außerhalb der Kommunen liefern Daten oder brauchen Zugang zu diesen?
Die Thesen von Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund in seiner Keynote gaben zumindest Hinweise auf mögliche Antworten. Er schlug den großen Bogen von den globalen Veränderungen bis zu ihren Auswirkungen vor Ort. Seine Kernthesen: Kommunen gewinnen weltweit an Bedeutung, Veränderung wird die Normalität und darum driften die sich schnellwandelnde Lebens- und Alltagswelt und die eher starren politischen Systeme inklusive der mit ihnen verbundenen öffentlichen Verwaltung immer weiter auseinander. Es komme daher darauf an, diese sich auftuende Lücke wieder zu schließen. Habbels praktisches Beispiel war die Gegenüberstellung der klassischen Ausweisung eines Baugebiets und die Ausweisung eines „Zukunftsgebiets“, wie es in Jena ausprobiert wurde: An Stelle des Bebauungsplans tritt hier eine allgemeine planerische Vision, ergänzt um Kennzahlen und ein Projektmanagement, das Investoren und Stadtplaner im Sinne der Vision lenkt. Behörden und Politik seien aufgefordert, solche neuen Instrumente zu entwickeln, um etwa die künftige Realisierung von Smart Cities mit vernetzten Sensoren, autonom fahrenden Autos und den schier endlosen Möglichkeiten der Überwachung der Bürger nicht globalen IT-Unternehmen zu überlassen, die inzwischen gemessen an Umsatz und verfügbarem Kapital die Dimension eigener Staaten erlangt haben.
Die GIS-Verantwortlichen und Entscheidungsträger aus Gemeinden, Städten und Landkreisen, GIS-Anbieter und GIS-Dienstleister und zahlreiche Vertreter staatlicher und städtischer Vermessungsämter diskutierten im Anschluss die zugehörigen Details anhand zahlreicher Praxisbeispiele. Das reichte von grenzüberschreitender kommunaler Zusammenarbeit über das Thema Open Data bis zum effizienten Management des Winterdienstes mit neuen digitalen Werkzeugen.

Workshop auf der BIM-World 2017

Mit dem gut besuchten Workshop „BIM-City“ zeigte der Runde Tisch GIS in Kooperation mit dem Leonard Obermeyer Center (LOC) der TU München auf der BIM–World, welches Potenzial eine Verknüpfung der Werkzeuge für Building Information Modeling (BIM) und Geoinformationen bietet.

Die weltweit größte Veranstaltung zum Thema, die BIM World in München, liefert Antworten und präsentiert anwendernahe Lösungen rund um das Thema Building Information Modeling in München – und es ist für alle am Bau beteiligten Akteure etwas dabei. Mehr als 120 Aussteller und über 80 Referenten zeigen im Münchner ICM den mehr als 3.000 Fachbesuchern, welche Chancen und Möglichkeiten BIM als Standard und Treiber für neue Technologien bietet. „BIM ist ein wesentlicher Enabler für die Digitalisierung in der Bauindustrie“, bekräftigt auch Dr. Josef Kauer, Präsident der BIM World MUNICH, der gemeinsam mit Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, Staatssekretär Josef Pschierer, Josef Schmid, Bürgermeister der Stadt München, und BuildingSMART e.V. Geschäftsführer Gunther Wölfle die diesjährige BIM World in München eröffnet hat. Schirmherr der Veranstaltung ist der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer.
Mittendrin der Workshop BIM-City, den der Runde Tisch GIS gemeinsam mit dem Leonard Obermeyer Center (LOC) der TU München konzipiert hat. Der Workshop stand im Zeichen der Verknüpfung von BIM und GIS. Präsentiert wurde beispielsweise, welche internationalen Standards dafür bereits existieren  und welche Software-Instrumente die bislang noch notwendigen Datentransformationen bewältigen. Mit dem Fokus auf über- und unterirdische Verkehrsinfrastrukturen erfolgte der Blick auf die Praxis. Dr. Andreas Donaubauer vom Lehrstuhl für Geoinformatik der TU München präsentierte außerdem den Leitfaden Geodäsie + BIM des Runden Tisches GIS und der DVW Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement. Der Leitfaden dokumentiert auf kompakte Weise den Stand der Technologie und wurde seit seiner Veröffentlichung im September 2017 allein von der Webseite des Runden Tisches GIS mehr als 1500 mal heruntergeladen.

Vorgestellt: Die Smallworld User Group (SWUG)

Die Smallworld User Group (SWUG) e.V. versteht sich als Vertreter der Anwenderinteressen des Produktes Smallworld GIS gegenüber dem Softwarehersteller. Seit ihrer  Gründung im Jahre 1996 ist der Verein  zu einem festen Bestandteil der Smallworld GIS Anwender im deutsch-sprachigen Raum (DACH) geworden. Jetzt ist die SWUG neues Mitglied beim Runden Tisch GIS.

Der Verein wiederum hat rund 160 Mitgliedsunternehmen aus der Ver- und Entsorgungs-, Telekommunikations- und Dienstleistungsbranche, sowie von Kommunen und Bildungseinrichtungen. In unterschiedlichen Arbeitskreisen beschäftigt sich die SWUG intensiv mit der Weiterentwicklung und Verbesserung des Smallworld GIS und seiner Anwendungen. Bemerkenswert: Durch eine Vereinbarung mit ESCROW stellt die Vereinigung für seine Mitglieder den  Zugriff auf den Smallworld GIS Quellcode sicher.
Um den Erfahrungsaustausch der Smallworld-Anwender zu fördern, veranstaltet die SWUG e.V. seit der Gründung jährlich eine dreitägige Anwendertagung rund um das Smallworld GIS. Zahlreiche Fachvorträge und Präsentationen, sowie eine begleitende Ausstellung von Dienstleistungsunternehmen, die im Smallworld Umfeld tätig sind, bieten hautnah aktuelle Informationen und ermöglichen den Anwendern, die neuesten Entwicklungen kennen zu lernen. Rund 300 Teilnehmer besuchen diese jährliche Tagung, die an wechselnden Veranstaltungsorten in Deutschland stattfindet. Weitere Information finden sich im Internet unter www.swug.de.

 

AUS DER LEHRWERKSTATT

Absolventen und ihre Themen

Hier stellen wir regelmäßig interessante Themen von Absolventen der Hochschulmitglieder des Runden Tisches GIS vor. Das soll zugleich die große Bandbreite möglicher Fragestellungen zeigen, die mit geographischen Daten verbunden sind. Diesmal:

Kopplung von Verkehrssimulation und semantischen 3D-Stadtmodellen in CityGML von Roland Ruhdorfer; TU München – Lehrstuhl für Geoinformatik; Masterarbeit

Im Hinblick auf ein stetig wachsendes Verkehrsaufkommen gilt es, die Nutzung bestehender Verkehrswege zu optimieren. Dabei stellen Verkehrssimulationen ein wichtiges Werkzeug dar. Diese benötigen als Eingangsdaten insbesondere detaillierte Informationen zum Straßennetz, deren Einpflege aktuell mit großem manuellen Aufwand verbunden ist. Zunehmende Bedeutung als Datengrundlage für Analysen und Simulationen verschiedenster Anwendungen gewinnen semantische 3D-Stadtmodelle. Sie liefern neben Informationen zur Semantik die Geometrie und das Aussehen sowie topologische Beziehungen von Stadtobjekten.
Welche Potentiale in der Verknüpfung von Verkehrssimulation und semantischen 3D-Stadtmodellen liegen, untersucht diese Masterarbeit. Eine Kopplung von Verkehrssimulation und 3D-Stadtmodell wird auf Modellebene vollzogen. Ergebnis der Arbeit ist eine weitestgehend automatisierte Prozesskette, welche (a) eine automatische Ableitung von Simulationsgraphen aus CityGML für die Verkehrssimulationssoftware VISSIM und (b) eine Visualisierung von Simulationsergebnissen in 3D-Stadtmodellen mit Hilfe virtueller 3D-Globen ermöglicht. Beide Konzepte erfahren eine praktische Umsetzung als prototypische Implementierung in der Umgebung der 3DCityDB. Eine Evaluierung der Ableitung von Simulationsgraphen wird anhand zweier Testdatensätze durchgeführt. Die animierte 4D-Visualisierung von Simulationsergebnissen erfolgt in Google Earth und im auf Cesium basierenden 3D-Web-Map-Client der 3DCityDB. Die Arbeit im Volltext.

 

 

 

FERNSCHREIBEN

Nicht alltäglich:  VoGIS Fachforum „Alles misst!“

Am 16. November 2017 fand im Pförtnerhaus in Feldkirch das Voralberger VoGIS Fachforum statt. Sechs hochkarätige Referenten aus der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Verwaltung aus Deutschland, der Schweiz und Österreich beleuchteten vor rund 150 Teilnehmern den aktuellen Trend „Alles misst!“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Von Prof. Matthäus Schilcher, Ehrenvorsitzender Runder Tisch GIS e.V.

Die Themenpalette reichte von der „Daseinvorsorge in disruptiven Zeiten“, über die Hansjörg Kutterer, Präsident des deutschen Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie berichtet, als er die öffentlichen Infrastrukturen für ein messende Welt vorstellte, bis zur Frage, ob mehr Informationen auch zu Mehrwert führen. Kutterers Kollege Fridolin Wicki, Direktor des Schweizer Bundesamt für Landestopografie swisstopo, nahm das zum Anlass, das Thema „amtliche Geodaten“ versus „offene Datenwelt“ anhand von Qualitätsaspekten (Vergleiche mit Google, OSM etc.) zu beleuchten. Und er berichtete stolz über eine Auszeichnung für swisstopo durch die Hochschule St. Gallen als führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Digitalisierung in der Schweiz.  
Wernher Hoffmann, Präsident des österreichischen Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV), stellte das Eichwesen des BEV in den Mittelpunkt (Stichwort: „Ur-Meter“-Eichung) und näherte sich der Grundsatzfrage, warum wir überhaupt etwas messen können. Johannes Schwarz, Präsident der Geomatics Division von Leica Geosystems legte den Fokus naturgemäß auf moderne Vermessungsgerätschaften und berichtete über eine klar erkennbare Korrelation zwischen Geodätischer Mess-Kompetenz und dem weltweiten Absatz von Leica-Premium-Geräten. Die sei in Japan und USA nämlich geringer als in der D-A-CH-Region. Die Referenten nutzten auch relativ ausführlich die Gelegenheit, um offen Werbung für den Nachwuchs von Geodäten und ein neues attraktives Berufsbild zu machen.
In den Diskussionen zeigten sich noch interessante Erkenntnisse am Rande: So geraten die Anbieter amtlicher Geodaten offenbar zunehmend unter Druck durch die von der modernen Messtechnik und Digitalisierung ausgelösten „Datenexplosion“. Hinzu kommt, so  Kutterer, „dass die Verwaltung oft zu langsam auf neue Anforderungen/Geschäftsfelder reagiert.“ Sichtbar wurde auch: Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Vorarlberg profitiert offensichtlich davon, dass unter dem Dach des Wirtschaftsministeriums die wichtigen Bereiche Verkehr (Mobilität), Tourismus und Vermessung gemeinsam angesiedelt sind. Eine der wichtigsten Aufgaben des Landesamts Vorarlberg als Veranstalter des Forums ist die Unterstützung und Dienstleistung für die vielen kleinen Gemeinden bei GIS- und Infrastrukturprojekten. Diese Aufgabe wird politisch besonders gefördert.
Fazit: VoGIS ist ein nicht alltägliches Nutzer - Forum, das durch hohes fachliches Niveau und besucherfreundliche Rahmenbedingungen zum grenzüberschreitenden Gedankenaustausch („Blick über den Zaun werfen“) einlädt.

Datenmodelle für die Versorgungsbranche

Vom 6. bis zum 8. Dezember fand in Karlsruhe der erste gemeinsame Workshop von SIG 3D und OGC zur CityGML Energy ADE und CityGML Utility Network ADE statt. Das sind standardisierte Datenmodelle, die City GML ergänzen, um zusätzlich energiebezogene Informationen sowie Leitungsnetzwerke verschiedener Arten mit den Objekten der 3D-Stadtmodelle zu verknüpfen, zu speichern und auszutauschen. Gastgeber und Sponsor des Workshops war das European Institute for Energy Research (EIFER).

Von Fernando Gonzalez Balcarce, Student im Masterstudiengang der Geodäsie und Geoinformation an der TU München.
(Der Runde Tisch GIS e.V. hat im Rahmen der Studentenförderung die Reisekosten zum Workshop für Fernando Gonzalez Balcarce übernommen.)

Die Veranstaltung begann am 6. Dezember mit Fokus auf der Energy ADE, die seit Mai 2014 entwickelt wird. Das Datenmodell ergänzt CityGML, um energiebezogene Informationen zwischen verschiedenen Stakeholdern, Softwarewerkzeugen und Fachbereichen auszutauschen. Die Energy ADE zielt darauf ab, Daten zu speichern, die beispielsweise für Heiz- und Kühlsimulationen von Räumen, Gebäudemodellierungen, Energiesystemmodellierungen oder Solarenergieanalysen benötigt werden. Hierzu gab es im Workshop eine Reihe von Präsentationen, die die Verwendung der Energy ADE demonstrierten. Für Einsteiger wurde ein Crash-Kurs organisiert, der einen guten Überblick über CityGML und die Energy ADE vermittelte.
Der zweite Tag befasste sich mit beiden ADEs gemeinsam. Zu Beginn wurde ein Miniworkshop für Einsteiger angeboten, diesmal über die Utility Network ADE. Vormittags wurden in mehreren Präsentationen beide ADEs bezüglich ihrer Zielsetzungen, Entwurfsprinzipien und Anwendungsbereiche miteinander verglichen sowie Gemeinsamkeiten und Synergien zwischen beiden ADEs aufgezeigt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurden diese Punkte diskutiert, um in einem späteren Schritt mögliche Harmonisierungen anzugehen. Nachmittags wurden Projekte präsentiert, die entweder eine oder bereits beide ADEs anwenden. Darunter fällt zum Beispiel das IntergrCiTy-Projekt, in dem mit Hilfe beider ADEs eine Plattform entwickelt wird, die Entscheidungen für Stadtplaner und Energieversorger mit Schwerpunkt auf thermischen und elektrischen Netzen unterstützt. Zudem gab es eine Vorschau zur sogenannten Scenario ADE, die der Verwaltung von Stadtmodell-Szenarien dienen soll. Es wurden künftige Entwicklungen zur 3DCityDB vorgestellt und die neu implementierte Erweiterung der 3DCityDB demonstriert, die eine Integration der Utility Network ADE und Energy ADE ermöglicht.
Der letzte Tag wurde der Utility Network ADE gewidmet. Zwischenpräsentationen zum aktuellen Stand der Bereitstellung von Testdaten für die Utility Network ADE wurden vorgetragen und diskutiert. Danach fand eine tiefergehende Diskussion und Ideensammlung bezüglich der Utility Network ADE zu folgenden Themen statt: die derzeit stattfindende Anpassung des Komponentenmodells, das neue Paket speziell für Stromnetz-spezifische Komponenten, Netzwerke und Subnetzwerke und deren Verbindung untereinander mittels sogenannter Network Links, die Darstellung von Netzen durch unterschiedliche Levels of Detail und die Modellierung von Prototypen für Netzkomponenten. Mehr Informationen zu den Präsentationen und Projekten sind auf der Internetseite des Workshops verfügbar.

 

IP SYSCON 2018 – Kongress zu GIS und CAFM

Die IP SYSCON GmbH veranstaltet vom 13. bis 14. März 2018 den Kongress IP SYSCON 2018 zu GIS und Betriebssteuerung im Hannover Congress Centrum. Das Treffen richtet sich an Entscheidungsträger und praxisorientierte Anwender der kommunalen Verwaltungen, die sich in vielfältigster Weise mit der digitalen Integration von Prozessen, Organisation und IT auseinandersetzen.

Mit dem Ziel, anwendbares Wissen und umsetzbare Lösungen zu präsentieren, stehen an beiden Tagen insgesamt 57 Foren mit Themen aus den Kernkompetenzen der IP SYSCON GmbH und eine begleitende Ausstellung auf dem Programm. An beiden Kongresstagen beginnt die Veranstaltung zudem mit  spannenden Keynotes: Am 13. März 2018 referiert Ass.-Prof. Dr. Bernd Resch von der Universität Salzburg zum Thema „Smart Cities – Menschliche und technische Sensoren in der Stadt“. Zur Einstimmung des zweiten Kongresstages geht es um „Arbeiten in Zeiten der Digitalisierung – Nichts bleibt wie es ist!“. Der Visionär Frank Eilers gibt hier einen Einblick in seine Überlegungen und geht in der Keynote gerne auf Fragen rund um das Thema Digitalisierung ein, die ihm vorab im Rahmen seiner Videobotschaften unter www.ipsyscon2018.de gestellt werden können.
Die IP SYSCON GmbH richtet den Kongress zu GIS und CAFM bereits zum siebten Mal in Folge aus. An der Forenausrichtung und der begleitenden Ausstellung sind in diesem Jahr aber auch mehrere Partnerfirmen aktiv beteiligt. Durchschnittlich meldeten sich hier pro Jahr rund 400 Kunden und Interessenten aus knapp 200 Institutionen der kommunalen und öffentlichen Verwaltung für die beiden Tage an. Bei vielen Teilnehmern gilt der Kongress der IP SYSCON GmbH bereits als feste Größe bei den bundesweit ausgerichteten Veranstaltungen rund um GIS und Betriebssteuerung.

 

Zentrale Hauskoordinaten jetzt aus Bayern

Seit Anfang diesen Jahres ist die "Zentrale Stelle Hauskoordinaten und Hausumringe“ (ZSHH), offiziell von der Bezirksregierung Köln an das Bayerische Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) gewandert. Die Stelle vertreibt für ganz Deutschland Amtliche Hauskoordinaten (HK-DE), Hausumringe (HU-DE) und 3D-Gebäudedaten im Level of Detail 1 (LoD1-DE).

Sobald Kunden länderübergreifend einen dieser Datenbestände beziehen möchten, steht die ZSHH als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch ausgewählte Folgeprodukte auf der Grundlage des Liegenschaftskatasters sind nun dort deutschlandweit in einheitlichen Formaten und zu einheitlichen Lizenzbedingungen erhältlich.
Die Amtlichen Hauskoordinaten sind für eine Vielzahl von Anwendungen von erheblicher Bedeutung, beispielsweise für die Fahrzeug- und Fußgänger-Navigation, für das Geomarketing (Geocodierung, Marktanalysen, Fachdatenkombination), Interdienste und Apps (z.B. zur Adressnavigation) oder für Verlage zur Zustelloptimierung und Auftragsplanung. Durch die Anreicherung von postalischen Informationen durch die Deutsche Post Direkt GmbH (z.B. Postleitzahlen), enthalten die Hauskoordinaten zusätzliche wertvolle Attribute. Die Amtlichen Hausumringe eignen sich unter anderem als hochwertige Ergänzung von Navigationsdaten und amtlichen Geobasisdaten, für eine einfach zu interpretierende Stadtplanoptik, als Grundlage zur Ableitung von Folgeprodukten (z.B. Grundrissflächen oder Versiegelungsgrade) oder als Basis für 3D-Visualisierungen.
Die Amtlichen 3D-Gebäudedaten stellen zum Beispiel eine Grundlage für präzise 3D-Stadtmodelle und –Visualisierungen dar. Sie können zudem als Basis für Lärmwirkungsstudien verwendet werden. Außerdem ermöglicht eine Verschneidung mit weiteren Daten/Informationen die Ableitung einer Vielzahl von Folgeprodukten an (z.B. Gebäudevolumen, Gebäudetyp, Geschossanzahl). Voraussichtlich ab Mitte 2019 werden auch 3D-Gebäudemodelle im Level of Detail 2 (LoD2-DE) zur Lizenzierung bereitstehen.
Die ZSHH wurde als Referat 36 in die Vertriebsabteilung des LDBV eingegliedert. Mit der Leitung wurde Florian Siegert betraut, der bereits im Jahr 2017 den Aufbau koordiniert hat.

 

Bodenrichtwertportal mit QGIS-Server

Die Veröffentlichung der Bodenrichtwerte erfolgt in den meisten Bundesländern über ein webbasiertes Bodenrichtwert-Informationssystem (BORIS). In Baden-Württemberg gibt es jedoch bislang kein zentrales Informationssystem. Die Dr. Koch Immobilienbewertung GmbH hat sich daher entschlossen, ein eigenes Bodenrichtwertportal für Ihre Kunden zu betreiben. Die Bonner Wheregroup hat das Vorhaben mit QGIS-Server umgesetzt.

Die Dr. Koch Immobilienbewertung GmbH ist ein auf Wertermittlung von Immobilien spezialisiertes Unternehmen aus Esslingen in Baden-Württemberg. Das Unternehmen unterstützt dabei Gutachterausschüsse der Gemeinden bei der Ermittlung von Bodenrichtwerten. Diese durchschnittliche Lagewerte in Euro je Quadratmeter nutzen Finanzbehörden beispielsweise für die  Immobilienbewertungen bei der Erbschaftssteuer und künftig vermutlich auch für die Bemessung der Grundsteuer.
Für Anwender in Baden-Württemberg hat die Dr. Koch Immobilienbewertung GmbH jetzt ein  Informationssystem für Bodenrichtwerte aufgebaut. Als technische Plattform für den Betrieb wurde auf Anraten der WhereGroup QGIS und QGIS-Server gewählt. Da die Dr. Koch Immobilienbewertung GmbH die Datengrundlagen mit einem Desktop-GIS bearbeitet und die Daten im weit verbreiteten Shape-Format bereitstellt, lassen sich die Grundlagen für eine webbasierte Darstellung bereits im eigenen Haus durch die GIS-Bearbeiter erstellen. Das weit verbreitete Desktop-GIS QGIS verfügt über sehr ausgereifte Beschriftungs-Mechanismen, die auf der Interpretation von HTML-Tags beruhen. Somit lassen sich auch speziell für die Bodenrichtwertzonen gestaffelte Beschriftungen, die neben dem Wert auch zusätzliche Lagemerkmale wie den Entwicklungszustand und die wertrelevante Geschossflächenzahl beinhalten, relativ leicht erstellen.
Der sehr gut integrierte QGIS-Server kann die im Desktop-GIS erstellte kartographische Darstellung über ein QGIS-Projekt direkt verarbeiten und im Webclient darstellen. Somit ist es auch den Nutzern des Desktop-GIS möglich, hochwertige kartographische Darstellungen direkt im Web bereitzustellen. Die Dr. Koch Immobilienbewertung GmbH hat mit Unterstützung der WhereGroup den Workflow weitgehend automatisiert und soweit ausgebaut, dass Aktualisierungen von Bodenrichtwerten und die Bereitstellung von neuen Gemeindeportalen schnell und komfortabel durchgeführt werden können.

 

Straßenkontrolle mittels App

Mit der tablano App bietet die Firma PTW eine Lösung für die Datenerfassung im Außendienst. Kontrolldaten können digital am Einsatzort eingetragen und alle Informationen zentral auf einem Gerät verfaltet werden – papierlos, stressfrei und schnell. Auch ohne Internetverbindung lassen sich Daten sichern und Maßnahmen vor Ort festlegen.

Das Konzept von tablano ist auf viele Bereiche der täglichen Arbeit anwendbar. So auch bei der Verkehrssicherungspflicht und der damit einhergehenden Straßenkontrolle. In nur drei einfachen Schritten können Überprüfungen rechtssicher gespeichert werden.
Punktgenaue Verortung: Die zu prüfende Stelle vermerkt der Bearbeiter in der Karte punktgenau und er kann sich aus der App sofort dorthin navigieren lassen. Die markierten Objekte lassen sich farblich organisieren, wodurch man auf einen Blick erkennt, welcher Straßenabschnitt z.B. schon geprüft wurde (=grün) und welcher nicht (= rot). Die Zustände lassen sich nach abgeschlossener Kontrolle ändern.
Dokumentation mit wenigen Klicks: In der App lässt mit einem Klick die Schadensart bestimmen und zusätzlich Informationen zur Beseitigung hinzufügen. Eine individuelle Kostenschätzung zur Beseitigung des Mangels kann gleich im selben Dokument hinterlegt werden. Fotos der Schäden sorgen für einen vollumfänglichen Nachweis. Diese werden automatisch dem jeweiligen Straßenabschnitt zugeordnet und dort gespeichert.
Zielgerichtete Auswertungen: Die mobil erfassten Daten stehen auch dem Innendienst am tablano Desk zur Verfügung. Dort lassen sich die Schäden nach unterschiedlichen Kategorien sortieren, etwa nach ihrer Dringlichkeit. Die vollständige Kontrolle können die Anwender als PDF exportieren und so schnell und einfach weiterleiten oder ausdrucken.