TISCHVORLAGE

Gut besuchtes Mobiles GIS-Forum

Mit über 100 Teilnehmern zeigte sich das Mobile GIS-Forum des Runden Tisches GIS in Kooperation mit der Augsburger GI Geoinformatik GmbH auch in seiner zwölften Auflage als Besuchermagnet. Neben dem intensiven Austausch der Teilnehmer aus zahlreichen Anwendungsbranchen mobiler GIS-Lösungen standen im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg vor allem Innovationen bei der Nutzung von Drohnen (UAV) sowie Methoden der agilen Softwareentwicklung in Mittelpunkt des Interesses.

Ein Grußwort des Hausherrn, vertreten durch den Vizepräsidenten des LfU Dr. Richard Fackler, markierte den Auftakt des Mobilen GIS-Forums am 13. Juli. Fackler hob vor allem die Möglichkeit seiner Behörde hervor, angesichts der zahlreichen technischen Neuerungen etwa bei der Bilderfassung durch Drohnen, den fachlichen Austausch mit zahlreichen anderen Anwendern direkt im eigenen Haus zu pflegen.
Mit dem Untertitel „Von der GNSS-basierten Datenerfassung bis zu Mobile Mapping“ umrissen Runder Tisch GIS und GI Geoinformatik GmbH als gemeinsame Veranstalter die große Bandbreite der Themen des Forums. Inhaltlich setzte man dabei Schwerpunkte auf die Themenfelder Land- und Forstwirtschaft sowie Straßenmanagement. Darüber hinaus gab es aber auch Berichte aus der Praxis, die den Fokus auf die Methoden legten, mit denen technische Innovationen und Neuerungen in die Amtsstuben der Republik einziehen. So stellte Holger Schmidt vom Servicezentrum Landentwicklung und Agrarförderung am Beispiel einer mobilen Softwareanwendung für die Vor-Ort Kontrolle der von der EU geförderten landwirtschaftlichen Flächen (InVeKoS) vor, wie seine technische Dienststelle des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Scrum-Methodik nutzt. Dabei wird anders als in der klassischen Ausschreibung für eine neue Software auf eine detaillierte Vorab-Produktdefinition verzichtet, sondern stattdessen in einer agilen Entwicklung Stück für Stück eine zuvor lediglich skizzierte Endversion zusammen mit den späteren Nutzern präzise definiert sowie parallel umgesetzt und praxisnah getestet. Für die Behörde bedeutet das, sich auf einen offeneren Prozess einzulassen. Die guten Erfahrungen aus Niedersachsen mit dieser Vorgehensweise stießen bei Behördenvertretern und Softwareanbietern gleichermaßen auf hohes Interesse.
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war der Einführungsvortrag von Prof. Dr. Patrick Ole Noack über den Einsatz von UAVs zur mobilen Datenerfassung in der Landwirtschaft. Nach seinen Ausführungen besteht die Herausforderung vor allem darin, die neuen Bilddatenmengen mit angemessenem Aufwand in Information zu verwandeln. Abgerundet wurde die Veranstaltung von einer kleinen, aber gut frequentierten Fachausstellung, auf der zwölf Anbieter mobile Lösungen entlang der gesamten Datenverarbeitungskette präsentierten: Von der Datenerfassung bis zur Integration in bestehende Workflows. Sie spiegelten damit zugleich die zahlreichen Fachvorträge wieder, die zusammengenommen in jeweils unterschiedlicher Gewichtung ebenfalls die gesamte Prozesskette abbildeten.

 

Mit Digitalisierung die kommunale Selbstverwaltung sichern

Ab sofort sind Anmeldungen für das Kommunale GIS-Forum des Runden Tisches GIS am 14. November in Neu-Ulm möglich. Das Treffen rückt mit seinem Programm wieder die Perspektive von Städten und Gemeinden in den Mittelpunkt. Denn allgemeine gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Entwicklungen zeigen sich in den Kommunen als sehr konkrete Aufgaben. Herausforderungen wie Zuwanderung und Globalisierung müssen vor Ort bewältigt werden. Grundlage hierfür ist eine handlungsfähige kommunale Selbstverwaltung. „Mit Daten Politik machen! Geo-Daten – die DNA der Kommunen“, lautet passend dazu der Titel der Keynote des Kommunalen GIS-Forums, die Franz-Reinhard Habbel vom Deutschen Städte- und Gemeindebund halten wird.

Die Digitalisierung zahlreicher kommunaler Arbeitsfelder gilt als ein wichtiges Werkzeug der kommunalen Selbstverwaltung. Dem intelligenten Management kommunaler Geodaten kommt sogar häufig eine Schlüsselfunktion zu. Wie kann dieses Management aussehen? Welche Daten werden heute und in Zukunft benötigt? Welche Akteure in und außerhalb der Kommunen liefern Daten oder brauchen Zugang?
Darüber diskutieren im kommunalen GIS-Forum des Runden Tisches GIS e.V. Entscheidungsträger und GIS-Verantwortliche aus Gemeinden, Städten und Landkreisen, GIS-Anbieter und GIS-Dienstleister, Vertreter staatlicher und städtischer Vermessungsämter, öffentlich bestellte Vermessungsingenieure und Vermessungsbüros, Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände, Vertreter der GDIs aus Bayern und Baden-Württemberg sowie Vertreter kommunaler Fachmedien und zahlreiche weitere Teilnehmer.

 

Intergeo 2017: Runder Tisch GIS in Berlin dabei

Wie schon in den Vorjahren ist der Runde Tisch GIS auf dem Stand der GAF AG  (Halle: 3.1, Stand: B3.030) auch auf der kommenden Intergeo in Berlin vertreten und freut sich über Gespräche und den Austausch mit bestehenden und künftigen Mitgliedern. Im Gepäck hat der Verein gleich zwei neue Leitfäden, die auf der Messe präsentiert werden: Die jüngste Neuauflage zum Thema Mobiles GIS und der neue Leitfaden Geodäsie und BIM. Außerdem koordiniert der Runde Tisch GIS erneut die alljährliche Trendanalyse der Fachmesse.

In der neuen, vollständig überarbeiteten Version 3.0 des seit 2013 mit inzwischen zahlreichen Aktualisierungen herausgegeben Leitfadens zum Themengebiet Mobile GIS ist als sichtbarste Neuerung erstmals ein eigenständiges Kapitel zum Thema Drohneneinsatz zur Datenerhebung enthalten. Diese neue Methode zur schnellen hochauflösenden Erfassung von Daten mit mobilen Systemen aus der Luft verbindet die GNSS-Technologie mit unterschiedlicher Sensorik zur Datenerfassung. Weil hier inzwischen der Schritt aus Pilot- und Forschungsanwendungen zum praktischen Einsatz gegangen wurde und bei verschiedenen Themenbereichen als Ergänzung der terrestrischen GIS-Datenerfassung dient, wurde dieses Thema in den Leitfaden aufgenommen. Professor Gernot Paulus von der Fachhochschule Kärnten liefert dazu als neu gewonnener Autor den einleitenden Überblick. Die aktualisierten Produktportfolios der Hersteller werden außerdem mit neuen Branchenszenarien aus der Forstwirtschaft und dem Straßenmanagement ergänzt und sämtliche Kapitel auf den neusten Stand gebracht.
Der zweite Leitfaden betritt hingegen vollständig Neuland: In Zusammenarbeit mit dem DVW wird beleuchtet wie sich Methoden des Building Information Modelings (BIM) auf die Anforderungen an die Vermessung und Geoinformation rund um das Bauwesen auswirken. Denn spätestens seit der Erscheinung des aktuellen Stufenplans Digitales Planen und Bauen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Einführung moderner, IT-gestützter Prozesse und Technologien bei der Planung, Bau und Betrieb von Bauwerken wird deutlich: BIM wird zunehmend zur Voraussetzung bei größeren Bauvorhaben, um unter anderem eine verbesserte Visualisierung von Projektvarianten, deutlich weniger Planungsfehler und einen reibungsloseren Bauablauf zu ermöglichen. Welche Beiträge dazu die GIS-Welt liefern kann, ist ebenfalls Teil dieses neuen Leitfadens.
Die Trendanalyse schließlich wird alljährlich von Mitarbeitern und Studenten des Lehrstuhls für Geoinformatik der TU München vorgenommen. Sie sichten das Angebot der Messe, führen Interviews mit Ausstellern und Besuchern und beleuchten von Jahr zu Jahr die Entwicklung des Angebots der Messe.

 

Förderpreis Geoinformatik 2018 ausgeschrieben

Auch 2018 wird der Runde Tisch GIS seinen Förderpreis Geoinformatik vergeben, um  hervorragende Master- und Promotionsarbeiten zu würdigen. Mit einem Preisgeld von 2.500 Euro für die beste Promotion und 1.500 Euro für die beste Masterarbeit gehört die Auszeichnung zu den höchst dotierten Nachwuchspreisen im Bereich der Geoinformatik. Noch bis 16. Oktober diesen Jahres können dafür entsprechende Arbeiten bei der Geschäftsstelle des Runden Tisches GIS eingereicht werden.

Um mehr Bewerberinnen und Bewerbern die Chance zu geben, sich persönlich zu präsentieren und den Wettbewerbsgedanken zu stärken, hat der Runde Tisch GIS das Auswahlverfahren spannender gestaltet. In diesem Frühjahr hatten erstmals alle  Kandidaten der Auswahlliste die Chance, Ihre Arbeit auf der Münchner GI-Runde in einem Kurzvortrag zu präsentieren. Auf Grundlage der Vorbewertung der Arbeiten durch die Jury, der Präsentation und der Publikumsstimmen wurden die Gewinner gekürt und im Rahmen der Abendveranstaltung feierlich geehrt.
Da die Münchner GI-Runde 2018 zusammen mit der 38. Wissenschaftlich-Technischen Jahrestagung der DGPF e.V. und dem 66. Deutschen Kartographie Kongress vom 7. bis 9. März in einem erweiterten Rahmen stattfindet, ist der Förderpreis und die Preisvergabe diesmal noch ein Stückchen attraktiver geworden. Alle für die Preisvergabe durch die Jury eingeladenen Kandidaten erhalten unabhängig vom Gewinn einen Reisekostenzuschuss von bis zu 150 Euro sowie die kostenfreie Teilnahme an der gesamten Veranstaltung. Die feierliche Verleihung des Förderpreises Geoinformatik findet an der Abendveranstaltung der gemeinsamen Veranstaltung am 8. März 2018 statt.
Der Schwerpunkt der Arbeit muss im Bereich der Geoinformatik angesiedelt sein. Es können auch Arbeiten eingereicht werden, die sich mit GIS-Technologien und/oder GIS-Anwendungen beschäftigen. Weitere wichtige Voraussetzungen: Die Arbeit muss bereits die Note „sehr gut“ erhalten haben und der Abschluss darf nicht länger als zwölf Monate zurückliegen.
Alle Informationen zu den Vergabemodalitäten finden Sie hier.

 

Beiträge für gemeinsame Fachtagung gesucht

Der Call for Papers für die PFGK 18 ist gestartet. Das Kürzel steht einmalig für Photogrammetrie - Fernerkundung - Geoinformatik - Kartographie – und das Jahr 2018. Es ist die gemeinsame Klammer für die 5. Münchner GI-Runde des Runden Tisches GIS e.V. , den 66. Deutschen Kartographie Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e.V. (DGfK) und die 38. Wissenschaftlich-Technische Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation e.V. (DGPF), die vom 7. bis 9. März kommenden Jahres parallel und unter einem Dach an der TU München stattfinden. So sollen sich die verschiedenen Fachveranstaltungen einerseits gegenseitig inspirieren, andererseits aber mit ihren jeweiligen Schwerpunkten eigenständig erkennbar bleiben. Die Besucher können sich ihr Programm aus allen Vortragsreihen frei zusammenstellen.

Der offizielle Call for Papers:

Aufruf zur Einreichung von Fachbeiträgen zur PFGK18-Tagung
Photogrammetrie - Fernerkundung - Geoinformatik - Kartographie - 2018

 

Die PFGK18-Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung von  DGfK,  RT GIS und DGPF

  • 66. Deutscher Kartographie Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kartographie e.V. (DGfK)
  • 5. Münchner GI-Runde, Runder Tisch GIS e.V. (RT GIS)
  • 38. Wissenschaftlich-Technische Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation e.V. (DGPF)

Die Veranstalter laden sowohl Wissenschaftler als auch Entwickler und Anwender ein, Beitragsvorschläge zu den Bereichen der Photogrammetrie, Fernerkundung; Geoinformatik und Kartographie in Form von Kurzfassungen einzureichen. Neben den wissenschaftlichen Inhalten werden auf der Tagung in einer Fachfirmenausstellung, in einem Anwenderforum der Aussteller, sowie in Praxis- Wissenschafts- und Innovationsforen des RT GIS neueste Technologien und Produktentwicklungen vorgestellt werden.
Bei der Einreichung eines Beitragsvorschlags kann eine der folgenden Varianten gewählt werden:

  1. Kurzfassung (max. 500 Wörtern) für PFGK18 als Vortrag/Poster mit Beitrag in den Online-Proceedings. Die Einreichungsfrist für die Beitragsvorschläge ist am 31.10.2017.
  2. Bewerbung für den Karl-Kraus-Nachwuchsförderpreis (mind. 4 und max. 6 Seiten, siehe auch Teilnahmebedingungen zum Karl-Kraus-Nachwuchsförderpreis. Die Einreichungsfrist für die Bewerbungen zum Karl-Kraus-Nachwuchsförderpreis endet am 15.11.2017.

In den Kurzfassungen sollen folgende Punkte adressiert werden: (i) Motivation / Problemstellung, (ii) Methode / Untersuchung, (iii) Ergebnisse.
Alle Einreichungen durchlaufen einen Begutachtungsprozess. Die Mitteilung an Autoren über die Annahme oder Ablehnung der Beitragsvorschläge erfolgt bis zum 15.12.2017.
Annahmeschluss zur Übernahme der ausgearbeiteten finalen Beiträge für PFGK18 in die Online-Proceedings ist der 23.01.2018. Alle akzeptierten und rechtzeitig eingereichten Beiträge (mit mindestens einem/er zur Tagung angemeldeten Autor/in) werden in den Online-Proceedings publiziert.
Die Einreichung von Beitragsvorschlägen sowie der ausgearbeiteten Beiträge erfolgt ausschließlich über das Konferenzmanagementsystem „ConfTool“. Der Zugang zu diesem System sowie alle weiteren Informationen über und rund um die Veranstaltung werden auf der Tagungs-Homepage bereitgestellt und laufend aktualisiert.

Für die den Teilnehmern der Münchner GI-Runde bekannten Wissenschafts- und Praxisforen lädt der Runde Tisch GIS wie gewohnt die Referenten ein. Für die Innovationsforen kann man sich in Kürze ebenfalls über das Online-Portal bewerben.
 

Erneut Workshop auf der BIM-World 2017

Wenn die BIM-World am 28. und 29. November 2017 erneut nach München einlädt, wird auch der Runde Tisch GIS wieder dabei sein und gemeinsam mit dem Leonhard Obermeyer Center (LOC) der TU München einen Workshop unter dem Namen „BIM City“ anbieten. Bereits auf der erfolgreichen Premiere der Münchner BIM-World im Jahr 2016 mit über 2.000 Besuchern, 63 Rednern und 60 Ausstellern fanden die Workshops des Runden Tisches und des LOCs hohen Zuspruch.

Die Konferenz und Messe wird im Internationalen Congress Center München (ICM) die neuesten Innovationen und Trends der Digitalisierung in der AEC-Branche umfassen. Das Kürzel BIM steht für Building Information Modeling und repräsentiert die Digitalisierung und Prozessoptimierung der gesamten Bauindustrie. BIM und digitale Gebäudemodelle gelten als treibende Kraft hinter Innovation und Leistung in der Bauindustrie, Städteplanung und regionalen Entwicklung. Für diesen zentralen Treffpunkt zur Digitalisierung der Baubranche hält der Runde Tisch GIS außerdem hundert Freitickets zur Ausstellung für seine Mitglieder bereit.
Zu den zentralen Themen des gemeinsamen Workshops gehören Fragen der Integration von BIM und GIS, der dazu notwendigen Datentransformationen und Standards sowie die daraus erwachsenden Möglichkeiten beispielsweise in der Verkehrswegeplanung oder beim Assetmanagement. Auch der neue Leitfaden Geodäsie und BIM wird auf der BIM-World präsentiert werden.

 

AUS DER LEHRWERKSTATT

Absolventen und ihre Themen

Hier stellen wir regelmäßig interessante Themen von Absolventen der Hochschulmitglieder des Runden Tisches GIS vor. Das soll zugleich die große Bandbreite möglicher Fragestellungen zeigen, die mit geographischen Daten verbunden sind. Diesmal:

Räumlich-semantischer Vergleich von 3D-Stadtmodellen in CityGML mittels einer Graphdatenbank von Son Nguyen, TU München – Lehrstuhl für Geoinformatik; Masterarbeit

Der OGC-Standard zur Speicherung und zum Austausch virtueller 3D Stadt- und Landschaftsmodelle City Geography Markup Language (CityGML) stellt verschiedene syntaktische Möglichkeiten zur Verfügung, wie 3D-Stadtobjekte in CityGML-Dokumente integriert werden können. Das bietet eine hohe Flexibilität beim Erzeugen von Stadtmodellen mit vertieftem Informationsgehalt, erschwert jedoch den automatisierten Wartungsprozess existierender großer CityGML-Dokumente. Ein prominentes, öfter vorkommendes Beispiel sind Schwierigkeiten beim Erkennen möglicher thematischer, geometrischer sowie semantischer Änderungen zwischen zwei CityGML-Datensätzen einer Stadt. Erste Arbeiten schlagen dafür vor, CityGML-Dokumente während ihres Vergleichs als Graphen darzustellen, aber es bleibt zumeist noch offen, wie dieses Konzept realisiert werden kann. Die Masterarbeit beantwortet diese Frage ausführlich in drei Hauptschritten: (1) das Abbilden zweier großen CityGML-Datensätze auf Graphen unter Verwendung der Graphdatenbank Neo4j, (2) das Vergleichen der abgebildeten Graphen und Erzeugen der verschiedenen Edit-Operationen, welche zum Aktualisieren des alten CityGML-Datensatzes benötigt werden, und (3) das Ausführen der eingefügten Edit-Operationen. Im ersten Schritt wird erklärt, wie sämtliche CityGML-Objekte unabhängig von der Datensatzgröße möglichst speichereffizient auf Graphen abgebildet werden können. Im zweiten Schritt werden schließlich konkrete Algorithmen zum Vergleichen dieser abgebildeten Graphen eingeführt. Die Funktion und Performanz der entwickelten Software wird am Beispiel des kompletten 3D-Stadtmodells von Berlin untersucht und gezeigt. Die Arbeit im Volltext.

 
The Analysis of Social Media Data for estimating a Damage-Footprint after a natural Crisis von Florian Usländer, UNIGIS Salzburg - Master Thesis

Aktuelle Ansätze im Katastrophenmanagement für den Umgang mit menschlichen und wirtschaftlichen Schäden weisen eine Reihe von Mängeln auf. Diese beinhalten lange, technisch bedingte Verzögerungen in der Bereitstellung von krisenrelevanter Information oder geringe zeitliche und räumliche Auflösung von Fernerkundungsdaten. Deshalb wurde im Rahmen dieser Abschlussarbeit, die im Kontext des EU-Projektes "E2mC" entstand, eine Methode zur Analyse von Daten aus sozialen Medien mit Hilfe der Kombination von maschinellem Lernen und räumlicher Analyse entwickelt. Konkret werden semantische Themen automatisiert aus Posts in sozialen Medien extrahiert und anschließend in einer räumlichen Hotspot-Analyse (räumliche Autokorrelation) untersucht. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass relevante Posts verlässlich erkannt werden und aussagekräftige Themen entstehen, die charakteristische räumliche und zeitliche Signaturen aufweisen. Zur Ergebnisvalidierung wurden Daten rund um das Erdbeben 2014 in Napa (CA, USA) analysiert und statistisch bewertet. Darüber hinaus wurde der aus Twitter-Daten gewonnene Fußabdruck des Erdbebens mit den offiziellen Ergebnissen des USGS korreliert. Die entstandene Twitter-basierte Schadenskarte wurde mit dem "HAZUS Loss Model" verglichen. Die hochqualitativen Validierungsergebnisse zeigen, dass bestehende Maßnahmen im Katastrophenmanagement von Daten aus sozialen Medien profitieren können und außerdem den Vorteil der schnellen Generierung von krisenrelevanter Information in naher Echtzeit bieten.

Die Arbeit kann im Volltext in der Universitätsbibliothek Salzburg eingesehen oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! elektronisch angefordert werden.

Visualizing dynamic spatial height Information in a dam monitoring context von Amir Baghdoust, TU München – Lehrstuhl für Kartographie & Lehrstuhl für Geoinformatik; Masterarbeit

Natural disasters constantly threaten the safety of man-made infrastructures including dams. The potential damages associated with dams usually stem from the failure of the structure due to overtopping, seepage water flow, and deformation. Increased seepage may be related to internal erosion, and since it is hard to detect this internal erosion by conventional methods, new approaches should be developed to monitor seepage water with the help of its contributing factors. Therefore, the implementation of monitoring techniques is essential in detecting any potential damage in an early stage. In creating such monitoring systems, the Open Geospatial Consortium (OGC) Sensor Web Enablement (SWE) suite of specifications enables the gathering of real time information from heterogeneous sources by introducing a standard interface for sensors and time series. Although many researchers have implemented SWE based monitoring systems, there has been little work in combining the Sensor Observation Services (SOS) and the Web Processing Services (WPS) with 3D visualization methods. Thanks to the recent advancement in WebGL and HTML5, this research uses the WebGL-based frameworks such as Three.js and Cesium Virtual Globe JavaScript Libraries to create 3D models on the browser without a need for any plug-ins. Moreover, this research mainly focuses on developing a framework for visualization of dynamic data acquired from web services such as Sensor Observation Service and Web Processing Service. This framework will help Cesium’s virtual globe access and visualize the dam model and the sensor water levels from the Sensor Observation Services. It also visualizes the dynamic height observation data and the interpolated water body acquired through Web Processing Services in a web-based application. Also, the application will provide a further analysis tool in the form of charts that would allow in-depth examination of changes in height values. Finally, the work compares the functionalities of the same application created with Three.js and Cesium.js. Die Arbeit im Volltext.

 
A novel Approach to the Routing Problem of Overhead Transmission Lines von Nadine Piveteau, Universität Zürich – Geographisches Institut in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich - Institut für Kartografie und Geoinformation, Masterarbeit

Various European electricity grids are outdated and thus, in need of modernization. However, the planning of this modernization takes long due to complex calculations and lengthy official procedures. The present Master thesis targets at the acceleration of electricity grid planning processes by providing a novel approach to modeling the optimal route for overhead transmission lines. Compared to previous work, the novel approach computes the optimal transmission line by determining ideal transmission tower placements with an algorithm based on graph theory. Besides criteria concerning environment, landscape, and urban planning, also technical criteria were considered for line optimization. The novel approach was qualitatively and quantitatively compared to a conventional, raster-based method in a mountainous terrain over 60 kilometers of distance. The comparison revealed that the novel approach provides significantly better results in terms of reliability and realism. Furthermore, a sensitivity analysis has been conducted to evaluate the impact and the importance of the criteria considered in route computation. Since the inclusion of technical aspects provided promising results, experts assessed the novel approach as having a high potential of shortening and of being applicable to the planning procedure of transmission lines in practice. Arbeit anfordern.

 

FERNSCHREIBEN

Produktinnovationen und aktuelle Forschungsergebnisse auf der AGIT 2017

Anfang Juli traf sich die Geoinformatik-Branche zum 29. Mal auf dem AGIT Symposium und der darin integrierten EXPO. Rund 1.000 Fachbesucher aus über 40 Ländern nutzten die Gelegenheit, sich über Innovationen und aktuelle Themen aus allen Bereichen der Geoinformatik zu informieren und sich miteinander auszutauschen. Im Rahmen der Expo präsentierten über 60 Aussteller ihre Produkte und Lösungen.

Vertreter aus Forschung, Entwicklung und Industrie diskutierten in zahlreichen Workshops und Foren über Innovationsfelder der Branche. Fragen zu Mobilität, Energie, Umwelt, Infrastruktur und Raumplanung wurden ebenso beleuchtet wie zu GDI, Big Data sowie Web & Collective Sensing.
Als eines der zentralen Themen stand die Digitalisierung der Wirtschaft auf der Agenda. Im Rahmen des Forums „Autonomes Fahren – das Verkehrsmanagement der Zukunft“ konnten die Teilnehmer an einer Testfahrt in einem selbstfahrenden Bus teilnehmen. Darüber hinaus nahm der Einsatz von GIS für den Schutz natürlicher Ressourcen breiten Raum ein; ebenso die Möglichkeiten zum Schutz und zur Bewältigung von Naturgefahren und zum Krisenmanagement. Bereits zum zweiten Mal diente die AGIT auch als Treffpunkt und Kommunikationsplattform für Vertreter des Copernicus-Programms der Europäischen Union sowie zugehörigen Diensteanbietern und Nutzern.
Erstmals fand im Rahmen der AGIT ein „Mapathon“ statt, zu dem Z_GIS gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen und dem Österreichischen Roten Kreuz eingeladen hatte. Gründer nutzten die Möglichkeit, ihre Start-ups einem breiten Fachpublikum zu präsentieren und sich mit erfahrenen Unternehmern auszutauschen.
Der AGIT-Tagungsband, der aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Praxisbeiträge aus der Veranstaltung zusammenfasst, ist zum zweiten Mal in Form eines Open-Access-Journals erschienen. Für die AGIT 2018 öffnet der Call for Papers am 1. Oktober 2017.

 

3D City Model von New York City

Aufbauend auf den Ergebnissen der Masterarbeit von Christof Beil zum Thema „Detaillierte Repräsentation des Straßenraums in 3D Stadtmodellen“, stellt der Lehrstuhl für Geoinformatik (TUM) ab sofort ein weiterentwickeltes digitales 3D-Stadtmodell für das Gesamtgebiet von New York City bereit. Die im Rahmen des Studentenprojekts erzeugten CityGML-konformen Datensätze in LoD2 können über die neu gestaltete Projekt-Webseite heruntergeladen werden.

Neben einer Million neuen Gebäudemodellen in LoD2 stehen dabei vor allem Repräsentationen von Objekten des Straßenraums, wie beispielsweise Straßenflächen, Gehsteigen oder Parkplätzen, im Fokus. Auf der Projektwebsite können zudem ein interaktiver „Open Source 3D Web Viewer” des Stadtmodells basierend auf dem „Cesium Virtual Globe“ erreicht sowie mehrere erklärende Videos angesehen werden. Des Weiteren bietet eine neu erstellte Wiki Seite umfangreiche Hintergrundinformationen zum Projekt, unter anderem zur Vorgehensweise bei der Implementation oder möglicher Anwendungsszenarien des erzeugten Modells. Die im Rahmen des Projekts entstandenen FME-Workspaces können nun auf der zugehörigen GitHub-Projekt Seite heruntergeladen werden.
Link zur Website: http://www.gis.bgu.tum.de/projekte/new-york-city-3d/
Link zur Wiki Seite: https://wiki.tum.de/display/gisproject/3D+City+Model+of+New+York+City
Link zur GitHub Seite: https://github.com/tum-gis/3d-model-new-york-city

 

Redundanzfreie ALKIS-ATKIS Führung durch vertikale Integration

In der Kartographie wird zunehmend die Automation fortführungsbezogener Verfahren und geodatenverarbeitender Prozesse gefordert. Die Datenhaltung und die -bearbeitung der amtlichen Produkte der Geotopographie (ATKIS) und des Liegenschaftskatasters (ALKIS) erfordern zur Zeit noch in einem hohen Maße interaktive, wiederholende und zum Teil redundante Prozesse, bei denen ein und dasselbe Gebiet in beiden Modellen mehrfach gepflegt wird. Die Arbeitsgruppe Harmonisierung ALKIS-ATKIS der AdV (HarmAA) entwickelte mit der GeoBasisDE ein Konzept, welches die Auflösung beider Modelle zugunsten einer gemeinsamen Datenbasis vorsieht.

Ein Kernpunkt ist der Aufbau eines einheitlichen, neutralen und redundanzfreien Grunddatenbestands bis zum Jahr 2030. Als Vorstufe zur GeoBasisDE 2030 plant das LVermGeo Schleswig-Holstein in der landesinternen PG AA-Aggregation SH erste Maßnahmen in Richtung einer vertikalen Integration von ALKIS und ATKIS. Hierzu wird gemeinsam mit der AED-SICAD AG ein Konzept zur Umsetzung eines alternativen automatischen Modellgeneralisierungs- und Fortführungsverfahrens entwickelt. Die Grundidee ist die Datenerfassung und Fortführung in der Granularität von ALKIS nur einmal vorzunehmen und automatisch in den kleineren Maßstab nach ATKIS zu überführen. Die ATKIS-Daten werden in bestimmten Zeitabständen aus den ALKIS Fortführungen ohne manuelle Interaktion im Rahmen eines NBA-ähnlichen Verfahrens automatisch generiert und nach ATKIS übertragen. Ziel ist es unter anderem, eine Zeit- und Kostenersparnis bei gleichzeitig höheren Aktualisierungsraten zu erreichen.

 

Tablano stellt neue Erweiterung vor – tablano Connect

Auf den diesjährigen Augsburger Baumpflegetagen im Juni feierte das tablano-Team eine kleine Prämiere. In Kooperation mit dem Weltmarktführer für Holzprüfsysteme stellte es seine neue Erweiterung vor – tablano Connect – eine Bluetooth-Schnittstelle, die es dem Anwender erlaubt, seine bisher nur in analoger Form vorhandenen Messergebnisse direkt und digital in die tablano App zu importieren.

Tablano Connect ist somit eine optimale Ergänzung der bestehenden tablano-Templates (digitale Formulare) für Baumkontrolle nach FLL Richtlinien, Mastkontrolle sowie Spielplatzkontrolle. Durch digitale Formulare ist es möglich, verkehrsgefährdende Schäden, Pathogene und Mängel auf dem Tablet vor Ort zu erfassen. Mit tablano Connect werden diese Sichtkontrollen ab sofort durch die Messergebnisse aus den Holzprüfsystemen vervollständigt. So werden alle wichtigen Daten eines Prüfobjekts zentral gespeichert und sind jederzeit auswertbar. Die Historie der Messergebnisse lässt zudem Schlüsse auf die zukünftige Schadensanfälligkeit zu. Das Besondere an tablano: Auch Nutzer ohne Erfahrung mit Tablets und Apps sind dank der übersichtlichen Benutzeroberfläche und einfachen Bedienung schnell von tablano überzeugt. „Unser Erfolgsgeheimnis – tablano wurde nicht von Technikern gebaut. Stattdessen setzen wir vor allem auf Experience Designer – Design-Experten, die darauf spezialisiert sind, Apps so zu gestalten, dass sich der User intuitiv zurechtfindet.“, sagt Dipl.-Ing. Peter Trettel, Geschäftsführer der PTW GmbH. Die browserbasierte tablano Desk-Lösung vervollständigt die mobile tablano App. Mithilfe von tablano Desk können Messungen auch ohne Tablet eingesehen werden, Auswertungen erstellt und Excel- oder/und PDF-Dateien generiert werden. Die Flexibilität der tablano-Lösung macht sie zu einem optimalen Begleiter der sich voll und ganz an die Anforderungen des Kunden anpasst.