TISCHVORLAGE

Neuer Leitfaden des Runden Tisches GIS e.V.: Leitfaden Bezugssystemwechsel auf ETRS89/UTM - Grundlagen, Erfahrungen und Empfehlungen

Die anstehende Umstellung der amtlichen Koordinaten von Bessel-Ellipsoid/Gauß-Krüger nach ETRS89/UTM in Bayern und Baden-Württemberg wird der Runde Tisch GIS mit einem praxisnahen und umfangreichen Leitfaden begleiten. Die erste Version wird jetzt zur Intergeo vorliegen.

Der Runde Tisch GIS e.V. hat in enger Abstimmung mit den Vermessungsverwaltungen in Baden-Württemberg und Bayern den Bezugssystemwechsel für die Geobasisdaten auf ETRS89/UTM aufgegriffen und wird betroffenen Anwender mit einem unterstützen. In Baden-Württemberg wird die Überführung des Liegenschaftskatasters nach ETRS89/UTM im Laufe des Jahres 2017 mit einem landesweit einheitlichen Transformationsverfahren erfolgen. Bayern plant die Überführung der Daten des Katasters mit einer vermittelnden Ausgleichung ab 2018. Von der Umstellung berührt wird dabei jeder, der an irgendeiner Stelle in seiner Organisation amtliche Geobasisdaten nutzt – und sei es nur als Referenz für eigene Fachdaten in Form eines Datenattributs. Dabei liegt die Verantwortung zur Umstellung immer bei den Fachdaten haltenden Stellen. Sie sind aufgefordert, ihre Prozesse und Anwendungen hinsichtlich des jeweiligen Lagebezugs gründlich zu prüfen. Neben den Grundlagen der Koordinatentransformation gibt der Leitfaden einen Überblick, wie Bayern und Baden-Württemberg den Umstieg auf das neue Referenz- und Abbildungssystem ETRS89/UTM realisieren. Er informiert über den Zeitplan und das Produktangebot sowie die Auswirkungen auf Anwender von Geodaten. Außerdem enthält der Leitfaden eine Übersicht über die Produkte und Dienstleistungsangebote der übrigen Landesvermessungsbehörden und des Bundes sowie Erfahrungsberichte betroffener Anwender. Eine Übersicht über Lösungskonzepte und Softwareprodukte von Firmen sowie Empfehlungen des Runden Tisches GIS zur Transformation geben hilfreiche Unterstützung und runden den Leitfaden ab. Als Autoren für diesen jüngsten Leitfaden des Vereins konnten aus dem Netzwerk des Runden Tisches GIS ausgewiesene Experten von Unternehmen, Landes- und Kommunalbehörden sowie aus der Wissenschaft gewonnen werden.

Nachlese: 11. Mobiles GIS-Forum in Augsburg

Mobile GIS in ihrer ganzen Bandbreite: Von neuesten Apps für mobile Arbeitsprozesse, über Fragen zur Sicherheit von mobilen Endgeräten und alten Bekannten wie die Baum- und Förderflächenkontrolle bis zum Einsatz von UAVs zur mobilen Datenerfassung: Rund 100 Teilnehmer informierten sich beim Mobilen GIS-Forum des Runden Tisches GIS und der GI Geoinformatik GmbH über mobile GIS-Lösungen.

Mit einer nochmal signifikant gestiegenen Teilnehmerzahl (plus 30 Prozent) erwies sich das 11. Mobile GIS-Forum im Juli in Augsburg erneut als wichtiges Fachforum für dieses spezielle Anwendungsfeld im Bereich der Geoinformatik. Zum dritten Mal hat der Runde Tisch GIS sich an diesem von der GI Geoinformatik GmbH ins Leben gerufenen Fachtreffen beteiligt. Die bewährte Mischung aus Technologievorträgen, Anwendungsbeispielen und einem prominent besetzten Ausstellungsbereich bot auch in diesem Jahr einen guten Überblick zu aktuellen GNSS-Produkten, GIS-Software, Fachbüchern und erstmals auch zu UAVs. Ein eigener Vortragsblock befasste sich mit dem Einsatz von Drohnen zur Datenaufnahme oder Prüfung von Infrastruktur durch führende Hersteller. Präsentiert wurde unter anderem Software zur Flugplanung. Berichte aus dem praktischen Einsatz zeigten, welche neue Flexibilität und Bildqualität diese Technologie ermöglicht. Spezialisierte Vorträge zur GNSS-basierten EU-Förderflächenkontrolle und parallel dazu über die Verkehrssicherung für Kommunen und Wohnungswirtschaft füllten das weitere Programm.

Unter anderem wurde eine Geoinformatik Masterarbeit der Universität Augsburg vorgestellt, die sich mit dem Einsatz der passenden GNSS-Technologie für spezifische kommunale Aufgabenstellungen befasst. Die Universität war auch im Ausstellungsbereich mit einem Studentenprojekt vertreten. Die visuelle Qualität kartographischer Darstellung eines in Echtzeit generierten Digitalen Geländemodells in einer „Augmented Reality Sandbox“ faszinierte die Besucher. Abgerundet wurde das Programm mit einem Beitrag der Netz 16 GmbH zum allgegenwärtigen Thema der Sicherheit beim Einsatz mobiler Endgeräte.

Trendanalyse zur Intergeo 2016 in Hamburg

Wie auch in den Vorjahren wird der Runde Tisch GIS die Intergeo-Messe zum Anlass nehmen, eine ausführliche Trendanalyse der Marktentwicklung der Geoinformationswirtschaft vorzunehmen. Das ist zugleich auch Teil der Nachwuchsförderung des Vereins, weil alljährlich ein studentisches Team die Messe besucht und unter die Lupe nimmt.

Unterstützt vom Intergeo-Kongress Veranstalter DVW Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement e.V. und der HINTE Messe- und Ausstellungs-GmbH als Ausrichter der Intergeo-Messe wird der Runde Tisch GIS auch in diesem Jahr wieder mit einer Gruppe von Studenten der TU München die Veranstaltung besuchen und dabei zahlreiche Interviews mit Experten und Ausstellern führen. Diese Gespräche und eigene Bestandsaufnahmen etwa zur Zahl von Ausstellern in einzelnen Angebotsbereichen sowie der auf der Messe vorgestellten Technologien und Themen bilden die Basis für die jeweils im Nachgang der Intergeo vom Runden Tisch GIS verantworteten Trendanalyse zur Entwicklung der Geoinformationswirtschaft. Das Team des Lehrstuhls für Geoinformatik der TU München wird von den wissenschaftlichen Mitarbeitern Caroline Marx, Bruno Willenborg und Thomas Machl angeführt, dazu kommen sechs Studenten, denen auf diese Weise zahlreiche Gelegenheiten zum Netzwerken gegeben werden. Zu den erwartbaren Themen für die diesjährige Trendanalyse wird neben den von der Messe offiziell ausgegeben Schwerpunkten Smart Cities und BIM vermutlich auch Innenraumpositionierung und -navigation, UAV sowie Mobiles GIS gehören. Aber auch Klassiker wie unter anderem Laserscanning, Fernerkundung, Satellitennavigation, GDI, INSPIRE und Open Data werden mit Sicherheit eine Rolle spielen. Der Runde Tisch GIS selbst wird sich als Partner am Stand der GAF AG in Halle A4 am Stand E4.021 präsentieren.

Förderpreis mit neuem Auswahlverfahren

Der Förderpreis des Runden Tisches GIS wird künftig nach einem neuen Auswahlverfahren vergeben. Erstmals spielt dabei auch die Präsentation der Arbeit vor einem fachkundigen Publikum eine Rolle. Das gilt sowohl für die mit 2500 Euro dotierte Auszeichnung für eine Dissertation, wie auch für die mit 1500 Euro prämierte Masterarbeit.

Unverändert geblieben ist die inhaltliche Ausrichtung des Förderpreises: Es kommen Arbeiten aus allen Studiengängen in Betracht, wenn der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich der Geoinformatik angesiedelt ist. Und die Arbeit muss auf eigenen Erkenntnissen beruhen und der Erweiterung der Kenntnisse im Bereich der Geoinformatik dienen. Sie muss grundlegende neue Entwicklungen aus Forschung und Anwendung der Geoinformatik enthalten oder andere wichtige Beiträge für die Entwicklung des Geoinformationsmarktes liefern. Und wie in den Jahren zuvor berät auch beim Förderpreis 2017 eine Jury über die Kandidaten. Allerdings entscheidet sie nicht allein über die Preisvergabe, sondern benennt eine Shortlist mit maximal sieben Bewerbern und Bewerberinnen. Die Kandidaten der Shortlist präsentieren ihre Arbeiten dann in einem 7-minütigen Referat mit 7 Präsentationsfolien auf der Münchner GI-Runde. Aufgrund des Votums der Jury und des Votums der Teilnehmer der Münchner GI-Runde werden die Preisträger am ersten Tag der Münchner GI-Runde bestimmt. Die Preisverleihung erfolgt dann auf der Abendveranstaltung der Münchner GI-Runde. Die Teilnahme der Kandidaten der Shortlist an der Münchner GI-Runde ist natürlich kostenlos und es wird ein Reisekostenzuschuss von bis zu 150 Euro pro Kandidat gewährt. Alle eingeladenen Kandidaten erhalten zudem eine Urkunde über ihre Auswahl in die Bestenliste. Bei Fragen zur Einreichung von Arbeiten wenden Sie sich bitte direkt an unsere Geschäftsstelle (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Auch aufgrund des geänderten Auswahlverfahrens haben wir die Bewerbungsfrist für dieses Jahr um zwei Wochen verlängert. Bewerbungen können noch bis zum 15. Oktober eingereicht werden.

Kooperation mit bim world 2016 München

Der Runde Tisch GIS e.V. ist offizieller Kooperationspartner der BIM World 2016 am 29. und 30. November in München. Mitglieder des Runden Tisches können daher zu günstigen Konditionen an dieser zentralen Veranstaltung im Bereich Building Information Modeling teilnehmen. Wenden Sie sich dazu bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an die Geschäftsstelle des Vereins.

Das Ziel der BIM World ist der interdisziplinäre Austausch aller Beteiligten der Bauindustrie und vor allem die tiefere Integration der GIS Branche. Mit einer Konferenz, einer Ausstellung und zahlreichen Workshops u.a. mit den Themen „BIM meets Architecture“ und „BIM meets GIS“ erhalten die Teilnehmer die Chance, Teil des entstehenden europäischen BIM-Netzwerkes zu werden. Das Kürzel BIM steht für „Building Information Modeling“ und meint die vollständige Beschreibung von Gebäuden in einem, integrierten digitalen Modell. Das wiederum ist die Basis für die optimierte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Alle Akteure aus der Baubranche, wie zum Beispiel aus der Architektur, dem Planen, Bauen, oder der GIS Industrie können hier zusammenarbeiten, ihre Daten sammeln und austauschen. Der Runde Tisch GIS ist durch Prof. Thomas H. Kolbe im Programmkomitee der BIM World prominent vertreten. Zudem ist der Runde Tisch GIS aktiv in die Programmgestaltung des Workshops „BIM meets GIS“ eingebunden. Die BIM World fand das erste Mal 2015 in Paris statt und gastiert in diesem Jahr in Deutschland.

AGIT 2016: Blick über den Tellerrand

"open:spatial:interfaces" lautete das Motto der diesjährigen, 28. Ausgabe des AGIT – Symposiums in der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg. Der Titel deutet an, dass sich das Forum zur angewandten Geoinformatik einmal mehr um den Blick über den Tellerrand der traditionellen GIS-Themen bemühte.

Ein breit gefächerter Themenmix, sortiert in diversen inhaltlich zusammenhängenden Foren, kennzeichnete auch die diesjährige, inzwischen 28. Ausgabe der AGIT in Salzburg. Dabei spielte der Blick in neue Themen und Anwendungen von Geoinformation eine Hauptrolle, zum Beispiel im Forum Autonomes Fahren. Teilautomatisiertes Fahren ist demnach bereits heute Realität, etwa durch Fahrerassistenzsysteme, die zum Beispiel ein Auto selbstständig einparken oder aber auf Autobahnen Geschwindigkeit und Abstände zu den anderen Verkehrsteilnehmern automatisch steuern. Beide Situation gelten aus Sicht der Automobilbauer als wenig komplex und gut definierbar: Auf Autobahnen gibt es zwar hohe Geschwindigkeiten aber keinen Gegenverkehr, keine Kreuzungen, keine Ampeln und keine Fußgänger oder Radfahrer. Beim Einparken ist die Situation zwar etwas komplexer, dafür bewegt sich das Fahrzeug in Schrittgeschwindigkeit. In beiden Fällen reicht die heute wirtschaftlich mögliche Sensorik im Auto aus, um die Umgebung zu erfassen und das Auto zu steuern. Beim echten autonomen Fahren wird es aber auf ein smartes Zusammenspiel der Fahrzeugsensorik mit Geoinformationen zur Wegführung ankommen. Vor allem in welcher Qualität Geoinformation für die Entwicklung hin zum autonomen Fahren nützlich bis notwendig sein werden, wurde mit vielen Sichtweisen von der Aufsichtsbehörde über die Fahrzeughersteller bis zum Software- und Datenlieferanten diskutiert. Weitere Themen der AGIT waren unter anderem GIS und Naturgefahren, Copernicus-Dienste, Freie Daten und Open Source sowie GIS und Barrierefreiheit. Mobile Anwendungen zogen sich dabei übrigens als Querschnittthema durch viele Foren. Grund genug für den Runden Tisch GIS, noch einmal die jüngste Version des sehr umfassenden Leitfadens zu diesem Thema auf der AGIT vorzustellen.

 

AUS DER LEHRWERKSTATT

Absolventen und ihre Themen

Hier stellen wir regelmäßig interessante Themen von Absolventen der Hochschulmitglieder des Runden Tisches GIS vor. Das soll zugleich die große Bandbreite möglicher Fragestellungen zeigen, die mit geographischen Daten verbunden sind. Diesmal:

Julian Weber, Universität Augsburg - Master Thesis: Geographically Weighted Regression als räumliches Analysemodell am Beispiel Breitbandausbau

Die Geographically Weighted Regression ist ein räumliches Analysemodell das zur Gruppe der lokalen, multivariaten Methode räumlicher Datenanalyse zählt. Die wichtigste Eigenschaft dieser ist die Erforschung von räumlichen Unterschieden in den Beziehungen zwischen mehreren Variablen. Zu untersuchendes Anwendungsbeispiel dieser Arbeit ist die Anzahl von Haushalten mit leitungsgebundenen Breitbandanschlüssen größer 50Mbit/s je Gemeinde. Ziel ist es, die räumliche Variabilität in der Beziehung zwischen den Versorgungsdaten aus dem Jahr 2015 und sozio-demographischen sowie infrastrukturellen Daten aus dem Jahr 2014 aufzudecken. Als beispielhaftes Untersuchungsgebiet dienen die Gemeinden Baden-Württembergs, da hier deutschlandweit bereits eine der höchsten Versorgungsraten zu verzeichnen ist. Ergebnis der Analyse sind 147 signifikante Kommunen, die in Clustern über das Bundesland verteilt sind. Außerdem lässt sich der Breitbandausbau je Gemeinde, ausgehend von 14 Variablen, am besten durch folgendes erklären: Die Wohngebäude je Gemeinde sowie Altersgruppe 15 bis 29 Jahre haben in fast allen Kommunen einen positiven Einfluss auf den Breitbandausbau. Dagegen geht von der Variable Gemeindefläche in Hektar in allen Gemeinden ein negativer Einfluss aus. Für alle drei Variablen gilt, dass innerhalb der Cluster zum einen benachbarte Kommunen häufig den gleichen Einfluss haben. Zum anderen tendiert die Art der Beziehung in der Nähe der Großstädte ins Positive beziehungsweise gegen Null und wird mit zunehmender Distanz schwächer beziehungsweise stärker negativ. Die Arbeit im Volltext.

 

FERNSCHREIBEN

VERSION 3.3 DER OPEN SOURCE 3D-GEODATENBANK 3DCITYDB VERÖFFENTLICHT

Der Lehrstuhl für Geoinformatik der Technischen Universität München (TUM) hat gemeinsam mit seinen Entwicklungspartnern virtualcitySYSTEMS und M.O.S.S. die neue Version 3.3 der 3DCityDB veröffentlicht. Die 3DCityDB ist ein Open-Source-Programmpaket zur effizienten Speicherung, Verwaltung und Visualisierung von 3D-Stadtmodellen, die auf dem CityGML-Standard beruhen.

Das Software-Paket besteht aus einem um räumliche Datentypen erweiterten Datenbankschema für die Relationalen Datenbankmanagementsysteme Oracle Spatial / Locator und PostgreSQL / PostGIS. Zudem wird eine Java-basierte Client-Anwendung zum Einlesen und Ausgeben beliebig großer CityGML-Dateien, zum Erzeugen von 3D-Visualisierungsmodellen in KML, COLLADA und glTF sowie zum Export von Daten in einfache Tabellenstrukturen wie Microsoft Excel oder Google Spreadsheets mitgeliefert. Das gesamte Projekt wurde von der LGPL- auf die Apache 2.0-Lizenz umgestellt, und ist damit noch einfacher in die Systeme Dritter integrierbar.

Die wichtigste Neuerung ist eine 3D-Webanwendung, mit der beliebig große 3D-Stadtmodelle in Standard-Web-Browsern wie Mozilla Firefox, Google Chrome, oder Apple Safari ohne zusätzliche Plugins visualisiert und interaktiv abgefragt werden können. Der Webclient wurde am Lehrstuhl für Geoinformatik der TUM als Erweiterung des Open-Source-Programmpakets Cesium WebGL Virtual Globe entwickelt. Der 3D-Webclient funktioniert auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets unter Android und iOS. Der 3DCityDB-Exporter wurde so erweitert, dass er Daten im Visualisierungsformat glTF erzeugen kann – neben den Formaten KML und COLLADA, die bereits seit früheren Versionen unterstützt werden. Die 3D-Webanwendung sowie alle anderen Funktionen werden ausführlich in der erweiterten und vollständig überarbeiteten 285-seitigen Dokumentation erläutert.

Viele Städte aus der ganzen Welt, fast alle Landesvermessungsämter in Deutschland sowie zahlreiche internationale und nationale Forschungsprojekte haben die 3DCityDB seit Jahren im produktiven Einsatz. Um die Software kostenlos herunterzuladen, die Dokumentation und weitere Informationen (inkl. eines PDF-Flyers) abzurufen und Online-Demos anzusehen, besuchen Sie bitte die Projektseite www.3dcitydb.org.

MOBILE GIS-DATENERFASSUNG MIT COLLECTOR FOR ARCGIS 10.4. UND EXTERNEM GPS

Esri bietet die Möglichkeit, Daten, Karten und Anwendungen über die ArcGIS Plattform jederzeit, an jedem Ort und an jedem Device für autorisierte Nutzer oder auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zur Realisierung dient ein Portal in der eigenen Infrastruktur oder das Cloud-Angebot zu ArcGIS Online von Esri.

Im Rahmen dieser Portallösung wurden auch mobile Anwendungen entwickelt wie Collector for ArcGIS. Im Feld erfasste GIS-Daten sind so direkt oder – bei Offline-Betrieb – nach Synchronisierung in den verknüpften WebMaps und Anwendungen sichtbar. Seit kurzer Zeit gibt es Apps, die das interne GPS-Signal mobiler Endgeräte wie Smartphones oder iPads mit dem externer GNSS-Empfänger überschreiben können und eine hinreichend positionsgenaue Datenerfassung auch über diesen Weg ermöglichen. Esri hat im Zuge dieser Entwicklungen die Collector App nun angepasst. Qualitätsmerkmale externer GPS-Empfänger können bei der mobilen GIS-Nutzung jetzt angezeigt und abgespeichert werden; das Bestimmen einer Transformation und einer gewünschten Mindestgenauigkeit des GPS-Signals sowie die ständige Kommunikation mit der positionsüberschreibenden App bilden eine stabile Basis, um eine hochwertige Datenerfassung mit der Collector App zu ermöglichen. Einen Test dazu können Sie auch hier nachlesen.

GEOINFORMATIONEN FÜR JEDEN ARBEITSPLATZ

Welchen Nutzen können die neuen Esri Apps im Zusammenspiel mit der GIS-Umgebung in einem Energieversorgungsunternehmen bringen? Wie können diese in vorhandene IT-Umgebungen eingebettet werden, und wie erfolgt das Zusammenspiel mit Kernapplikationen wie beispielsweise SAP? Flexible Erweiterungen der UT-Produktfamilie von AED-SICAD liefern hier Mehrwerte.

Ziel der Esri App Collector for ArcGIS ist die mobile Datenerfassung mit mobilen Endgeräten. Mit dieser App kann beispielsweise die Begehung von Netzwerkobjekten im Feld unterstützt werden. Dabei lassen sich die Bewertungen der Netzbetriebsmittel in definierbaren Kategorien erfassen und mit Bildern und der geografischen Position über das integrierte GPS des Geräts ergänzen. Über das mobile Internet werden die Daten auf den zentralen Server übertragen und dann in die GIS- und SAP-Umgebungen verteilt. Die Software UT Integrator ist hierfür das ideale Werkzeug. Sie führt im Backend den Austausch der Schlüsselwerte zwischen GIS und SAP durch. Damit sind beide Datenbestände gekoppelt und die im Feld erfassten Daten als Störungsmeldung am zugehörigen Netzwerkobjekt im GIS zugeordnet und auf Seiten von SAP als Notification für die Weiterverarbeitung verfügbar. Mit dem neuen UT WebApp Viewer, einer HTML5/Java-Script basierten Web-Auskunft für Energieversorger, ist es nun möglich, nach Störungsmeldungen zu suchen oder sich diese als Zuordnungen zu den Netzwerkobjekten darstellen zu lassen. In der grafischen Benutzeroberfläche von SAP ist die Meldung in der entsprechenden SAP-Struktur verfügbar. Mittlerweile realisiert AED-SICAD zusätzlich die Integration des Kartenbildes via Web-Service in dem SAP GUI und ermöglicht so einen einfachen geografischen Zugang für den SAP-Anwender. Durch den Einsatz des UT Integrators kombiniert mit generischen Apps wie Collector for ArcGIS kann ein mächtiges Werkzeug für die Datensammlung im Feld und die Übernahme von Daten für GIS- und SAP-Umgebungen entstehen. So lässt sich anhand modernster Web-Technologien und unter Einsatz von SaaS Komponenten wie Collector for ArcGIS z.B. der Prozess der mobilen Schadenserfassung im Feld bis hin zur Auswertung in ERP-Systemen und im GIS sehr effizient gestalten. Der UT Integrator als Middleware liefert hier den entscheidenden Baustein, um Business Intelligence mit Raumbezug nahtlos zu ermöglichen. Die Integration von zusammengehörenden Daten aus der Welt des GIS und der Enterprise-IT sowie die Integration der Karte in Systeme wie SAP können dabei helfen, Prozesse zu vereinfachen und GIS im gesamten EVU in Wert zu setzen. AED-SICAD stellt die Möglichkeiten des UT-Integrators auch auf der INTERGEO in Hamburg vom 11. bis 13.10.2016 in Halle A4, Stand E4.031 vor.

WHEREGROUP LÄDT ZUR WHERE2B KONFERENZ 2016

Am 15. Dezember 2016 findet im Bonner Universitätsclub bereits zum neunten Mal die alljährliche Where2B Konferenz statt. Auf dem von der WhereGroup veranstalteten Branchentreffen werden aktuelle Trends und Entwicklungen aus dem Bereich Geodatenverarbeitung mit Open Source-Lösungen erläutert und in praktischen Anwendungen vorgestellt.

Die stets gut besuchte Konferenz versammelt Entscheider aus Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Verwaltung und bietet so den Teilnehmern eine hervorragende Networking-Plattform. In diesem Jahr bietet die Where2B-Konferenz unter anderem die Möglichkeit, sich über den Aufbau und die effektive Nutzung von Geodateninfrastrukturen in verschiedenen Wirtschaftszweigen aus erster Hand zu informieren. Weitere Themen auf der Agenda sind Open Source und Open Data aus rechtlicher Sicht, Open Source-Projekte zur Geodatenverarbeitung wie zum Beispiel das Karten-Content- Management-System Mapbender3 und verschiedene Aspekte zu OpenStreetMap. Das vollständige Programm ist auf der Homepage der Konferenz einzusehen. Neben dem Vortragsprogramm wird auch ein Workshop angeboten, in dem es um die praktische Nutzung von QGIS geht. Interessierte können sich ab sofort anmelden. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei. Lediglich für Workshop und Abendveranstaltung wird eine geringe Kostenpauschale erhoben. Die WhereGroup GmbH & Co. KG als Veranstalter ist Mitglied des Runden Tisches GIS und Dienstleister für geographische Informationssysteme mit freier Software. Die Firma bietet Unterstützung bei Datenbanken, Geographische Informationssysteme (GIS), Web-GIS, Standards, Interoperabilität und System-Integration auf Basis von Open Source-Software.

FÖRDERPREIS ZUM THEMA 3D-STADTMODELLE

Die gemeinsame Kommission „3D-Stadtmodelle“ der Deutschen Gesellschaft für Kartographie (DGfK) und der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation (DGPF) prämieren erstmals die beste studentische Abschlussarbeit zum Thema 3D-Stadtmodelle.

Wer zwischen dem 1. September 2015 und dem 30. Oktober 2016 seinen Studienabschluss gemacht und sich dabei mit 3D-Stadtmodellen befasst hat, kann sich bis 30. November diesen Jahres um den Förderpreis bewerben. Es winkt die gesponserte Teilnahme an der „28th International Cartographic Conference“ vom 02. bis zum 07. Juli 2017 in Washington, D.C. in den USA. Das heißt, die Kommission übernimmt sämtliche Tagungsgebühren und gewährt zusätzlich einen Reisekostenzuschuss im Wert von 2.000 Euro. Ein vom Gewinner verfasster Reisebericht wird außerdem in den Fachzeitschriften „Kartographische Nachrichten“ und “Photogrammetrie – Fernerkundung – Geoinformation“ erscheinen. Mit dem Wettbewerb möchte die Kommission „3D-Stadtmodelle“ junge Menschen künftig ermutigen, sich mit dem Themenkomplex 3D-Stadtmodelle zu beschäftigen. Teilnahmeberechtigt sind Studierende (Bachelor- oder Masterstudiengang) sowie Absolventinnen und Absolventen deutschsprachiger Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben einem Exemplar der Arbeit und einem Gutachten der betreuenden Professorin / des betreuenden Professors (alternativ das Abschlusszeugnis) sollen die Absolventen sich mit einem Artikel bewerben, in dem die Hauptaussagen und Ergebnisse der Arbeit allgemeinverständlich dargestellt werden und der für eine lokale Tageszeitung geeignet wäre. Der Umfang des Artikels soll eine DIN A4-Seite nicht übersteigen. Ansprechpartner ist Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! von der Hochschule für Technik (HFT) in Stuttgart.

CADMAP REALISIERT ONLINE-PLANAUSKUNFT IN KÖLN

Ab sofort können Bürger, Ingenieurbüros, Tiefbauer, Versorger und Ämter der Stadt Köln auf der Internetseite der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) mit wenigen Klicks in Erfahrung bringen, wo die Abwasserkanäle liegen und wo die Hausanschlussleitungen an diesen anschließen. Bis zu 3000 Anfragen im Jahr bekommen die StEB von Kunden mit berechtigtem Interesse, die ihren Neubau ans Kanalnetz anschließen, den bestehenden Hausanschluss sanieren wollen oder bei Baumaßnahmen die Lage der Kanalanlagen benötigen.

Bisher wurden das Kartenmaterial und technische Details per Mail im PDF-Format von mehreren Sachbearbeitern verschickt oder auch postalisch zugesandt. Bearbeitungszeit: bis zu vier Werktage. Seit Februar 2016 kann der Kunde in wenigen Minuten mit fünf Klicks eine adressorientierte Auskunft im PDF-Dateiformat abrufen. Hierzu ist eine Registrierung im Auskunfts-Portal notwendig. Anschließend gelangt man in die Grafik und kann dort den benötigten Ausschnitt auswählen. Für Baufirmen, Versorger und Ämter der Stadt Köln, die Aussagen über ganze Straßenzüge oder gar Viertel brauchen, gibt es einen gesonderten Zugang. Dort kann der gewünschte Ausschnitt aus der Kanalkarte individuell bestimmt werden. Die Beauskunftung ist auch in einem Dateiformat möglich, welches die Weiterverarbeitung mit Fachprogrammen sicherstellt. Diese flächenorientierten Auskünfte werden von einem Backoffice vorab geprüft, so dass die Lieferung hier zwischen drei und fünf Werktagen dauern kann. Aufsetzend auf Voruntersuchungen und Pflichtenheftphasen wurde 2015 das Projekt in Köln von CADMAP umgesetzt. Die angestrebte verbesserte Qualität in der Auskunft, verkürzte Reaktionszeiten und ein reduzierter Bearbeitungsaufwand wurden in intensiver Zusammenarbeit der StEB, der Stadt Köln und der CADMAP erfolgreich umgesetzt. Die technische Realisierung der Planauskünfte, inklusive für den Planausschnitt relevanter Skizzenbücher, stützt sich auf die serviceorientierte IT-Struktur der StEB Köln. Hier kommen Services des ArcGIS for Server mit dem KANDIS Server für Karten und Kanaldaten, des GDM Servers für Skizzenbücher aus dem DMS der StEB und des novaFACTORY zusammen mit einer Auftragsverwaltung zu Einsatz. Als Grafik-Client wurde WEGA 8 in die Oberfläche eingebunden, sodass eine moderne und ergonomische Bedienung gewährleistet ist.

PINA- PLANUNGSPORTAL INDUSTRIELLE ABWÄRME

Der Landkreis Osnabrück beschäftigt sich aktuell mit dem Aufbau eines Informations- und Planungsportals Industrielle Abwärme (PInA), gefördert durch die Metropolregion Nordwest. In diesem Zusammenhang wurde die IP SYSCON mit der Analyse der Wärmebedarfe sowie der Erstellung einer Web-GIS Anwendung zur Präsentation beauftragt.

Industrielle Produktionsprozesse erzeugen Abwärme, die bislang in aller Regel ungenutzt an die Umwelt abgegeben wird. Dieses Potenzial soll über PInA sichtbar gemacht und so eine Weiternutzung ermöglicht werden. Dazu wurde im Landkreis Osnabrück eine Kartierung der Wärmeangebote und der Wärmebedarfe durchgeführt und die Ergebnisse in einem internetbasierten Planungsportal dargestellt. Um die Nutzung des ermittelten Abwärmeangebotes möglich zu machen, sind weitere Informationen zusammenzutragen. So werden für die Planung von Nahwärmenetzen Informationen zum aktuellen Wärmebedarf benötigt. IP SYSCON errechnete den Wärmebedarf für alle Gebäude im Landkreis anhand spezifischer Gebäudeparameter. Die angewandte Methode ermittelt für jedes Gebäude individuelle Energiekennzahlen, um möglichst reale Referenzgebäude zu erzeugen, die ohne Mittelwertbildung über ganze Gebäude-Typologien auskommen. Eine Hotspot Auswertung des Wärmebedarfs und die Kopplung mit Quellen der industriellen Abwärme verdeutlichen Schwerpunkträume und theoretische Deckungsbereiche. Diese werden in einem weiteren Schritt intensiv ausgewertet und bewertet und Planungen für neue Nahwärmenetze daraus entwickelt. Um auf die Ergebnisdaten optimal zugreifen zu können, erstellte IP SYSCON ein WebGIS Portal das zum Einen der Öffentlichkeit generalisierte Ergebnisse des Projektes darstellt und damit für das Thema sensibilisiert. Zum Anderen wird über einen internen Bereich der Landkreisverwaltung das Auswerten der erhobenen Daten und die Verwendung für ihre Planungen ermöglicht.

Mit dem Planungsportal industrielle Abwärme steht in Osnabrück nun ein übertragbares Informations- und Planungsinstrumente zur Verfügung, das die Kommune dabei unterstützt, ihr Konzept und die Ziele der Wärmewende als Teil der Energiewende schrittweise umzusetzen. Es zeigt unter anderem den Handlungsbedarf der energetischen Sanierung von Gebäuden auf und bietet Grundlagen für die Überwachung und Optimierung der Versorgungsstruktur und der dafür notwendigen Netze.

TABLANO MACHT KVS-INNENLEBEN INTELLIGENT

Papierlos, einfach und vor allem effizient – mit der tablano-App können Energieversorger ihre Kontroll- und Wartungsarbeiten ab sofort digital ausführen. Mithilfe digitaler Formulare (Templates) ist es möglich, Zustand, Lage und Handlungsbedarf von Kabelverteilerschränken auf dem Tablet vor Ort zu erfassen und an den Innendienst weiterzuleiten.

Die Kreiswerke Main-Kinzig nehmen derzeit mit tablano die Innenleben der Kabelverteilerschränke ihres Versorgungsgebietes auf. Dabei hilft Ihnen das Template „Kabelverteilerschrank“. Große Buttons und ein benutzerfreundliches Design ermöglichen eine schnelle und vor allem effiziente Erfassung des Innenlebens von Kabelverteilerschränken. In einem zweiten Schritt werden diese Daten über eine intelligente Datenschnittstelle direkt in das GIS der Kreiswerke gespielt. Von dort können dann automatisiert Innenleben von Schemaplänen erstellt werden. „Wir sind jetzt endlich in der Lage, das Niederspannungsnetz per Knopfdruck automatisiert, topologisch abzubilden“, meint Bernd Krieg, GIS-Administrator der Kreiswerke Main-Kinzig. Überzeugt vom tablano-Pilotprojekt, entschied sich auch die Ehinger Energie GmbH & Co.KG ihren Außendienst mit tablano auszustatten. Das Unternehmen versorgt seit 1898 die Stadt Ehingen und umliegende Gemeinden mit Strom. Erste Aufgabe ist die Zuordnung tausender Bilder an die Hausanschlüsse, anschießend die Erfassung der Innenleben der KV-Stationen. Im Zuge der Innenlebenerfassung wird in einem weiteren Schritt die Netztopologie des Geoinformationssystems überarbeitet. Wie genau eine Instandhaltung für Wartung für Ver- und Entsorger funktioniert, können Sie unter www.tablano.de/versorger erleben oder melden Sie sich einfach für eine kostenlose Live- Demonstration der tablano-App an unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.