Virtuelle Münchner GI-Runde am 6. Mai 2020

Schweren Herzens mussten die Organisatoren der Münchner GI-Runde 2020 eine Woche vor der geplanten Veranstaltung den knapp 190 angemeldeten Teilnehmern mitteilen, dasss die Veranstaltung nicht zum geplanten Zeitpunkt und auch nicht in gewohnter Form stattfinden kann. Nach einer kurzen Schockstarre folgte der Entschluss, Referenten und Teilnehmern das fertige Programm über eine virtuelle Konferenz zugänglich zu machen. 

Fast alle angemeldeten Teilnehmer und Aussteller haben ihre Anmeldung auch für das virtuelle Format beibehalten. Bei der Teilnehmerverteilung von 32 % aus der Wirtschaft, 27 % aus der Verwaltung und 41 % von Hochschulen, wie immer aus Deutschland (mit Schwerpunkt in Bayern), Österreich und der Schweiz, war gegenüber den Vorjahren ein höherer Anteil von Teilnehmern aus Hochschulen zu verzeichnen. Ein Pluspunkt für das virtuelle Format - die neu angemeldeten Teilnehmer kamen überwiegend aus Norddeutschland! Nicht zu verschweigen ist aber, dass das virtuelle Format für die Aussteller nicht optimal ist. Dennoch nutzten 10 Aussteller die Gelegenheit in den Pausen und eigenen Sessions ihre Produktinnovationen zwar nicht am Stand, aber im Video zu präsentieren.

 


Prof. Thomas H. Kolbe eröffnete die virtuelle Veranstaltung aus seinem Home Office, gab eine kurze Einführung ins Programm, wies auf die erweiterte Abstract-Sammlung hin, die zum Download zur Verfügung steht und stellte Klaus Illigmann von der Landeshauptstadt München vor, der die Keynote zur Smart City-Strategie der Stadt München hielt.

Im Anschluss moderierte Prof. Rafl Bill von der Universität Rostock die Präsentationen der Förderpreiskandidaten, die allesamt 7-minütige Videos vorab produziert hatten. Nach den Präsentationen konnte das Publikum über eine Online-Umfrage für die Kandidaten abstimmen.

Nach einer kurzen Pause ging es in den parallelen Veranstaltungen weiter. Die Wissenschaftsforen hatten als Schwerpunktthemen Sensors Everywhere, Digitaler Zwilling, Künstliche Intelligenz/Deep Learning und Urbane Indikatoren zu bieten. In den Innovations- und Praxisforen wurden Geodateninfrastrukturen, 3D-Geodaten und die Nutzung von Geomassendaten behandelt.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab Prof. Ralf Bill die Förderpreisgewinner bekannt. Juryvotum und Publikumsvotum passten in diesem Jahr perfekt zueinander. Den Preis für die beste Masterarbeit erhielt Marius Laska von der RWTH Aachen für das Thema „Continuous Learning for Indoor Localization using Crowdsourced Data“, als beste Dissertation wurde Dr. Andreas Braun von der Eberhard Karls Universität Tübingen für das Thema „Radar satellite imagery for humanitarian response. Bridging the gap between technology and application“ ausgezeichnet.

"Die Münchner GI-Runde fand ich übrigens ausgesprochen super! Eine völlig neue Erfahrung und technisch vom Feinsten." Über ein derartiges Lob freuen sich Organisatoren und Programmkomitee. Es soll hier aber nicht verschwiegen werden, dass Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Das Zeitmanagement ist bei einer Online-Konferenz noch wichtiger. Das Programm war über den Tag betrachtet zu kompakt. Bei der Planung einer virtuellen Konferenz würde das sicher berücksichtigt.

Auch wenn wir uns alle wieder auf ein Zusammenkommen im realen Leben freuen, wird das sicher nicht die einzige virtuelle Veranstaltung des Runden Tisches GIS e.V. bleiben.

Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht der Veranstaltung.